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Aufnahme der aktuellen russischen Luftangriffe in Aleppo.
Aufnahme der aktuellen russischen Luftangriffe in Aleppo.(Foto: AP)

Russische Luftangriffe auf Aleppo: Offensive schlägt Zehntausende in die Flucht

Nach einer neuen Offensive von syrischen Regierungstruppen und russischer Armee auf Aleppo sind Zehntausende Menschen auf der Flucht. Sie werden wohl Schutz hinter der nahen türkischen Grenze suchen.

Nach dem Vormarsch von Regierungstruppen sind nach Angaben von Aktivisten rund 40.000 Syrer in der nördlichen Provinz Aleppo auf der Flucht. Viele von ihnen könnten Schutz in der benachbarten Türkei suchen, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte zuvor laut Nachrichtenagentur Anadolu bei der Syrien-Geberkonferenz in London gesagt, wegen der Luftangriffe in Aleppo warteten 10.000 Flüchtlinge am Grenzübergang in Kilis. Zudem würden bis zu 70.000 Menschen aus Lagern in Nordsyrien weiter in Richtung Türkei fliehen.

875 Stellungen bombardiert

Syrische Regierungstruppen hatten am Mittwoch die wichtigste Nachschubroute der Rebellen von der Großstadt Aleppo zur türkischen Grenze abgeschnitten. Sie waren in den vergangenen Tagen unterstützt von russischen Luftangriffen nördlich von Aleppo vorgerückt.

Bei russischen Luftangriffen auf Aleppo sind demzufolge mindestens 21 Zivilisten getötet worden. Unter den Todesopfern seien auch Kinder. Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass in den vergangenen drei Tagen 875 Stellungen von "Terroristen" getroffen worden seien. Die russischen Angriffe konzentrierten sich auf fünf Regionen.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat ein Ende der Bombenangriffe gefordert. Nur so könne der Flüchtlingsstrom in die Türkei gebremst werden, erklärte Erdogan bei einem Besuch in Ecuador. "Unsere europäischen Freunde wollen, dass wir den Flüchtlingsstrom stoppen, wie können wir dies tun, wenn Russland und das (syrische) Regime diese Menschen bombardieren?", sagte Erdogan vor der Presse in Quito zum Abschluss von Gesprächen mit seinem ecuadorianischen Amtskollegen Rafael Correa.

Quelle: n-tv.de

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