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(Foto: imago/ZUMA Press)

Während der Lateinamerikareise: Papst trifft erstmals Schwulen-Aktivisten

Papst Franziskus hat schon einige Tabus im Verhältnis der Kirche zur Homosexualität gebrochen, ohne allerdings die offizielle katholische Lehre zu ändern. Nun geht er noch einen Schritt weiter.

Zum ersten Mal wird ein Papst einen Aktivisten einer Homosexuellen-Organisation zum Gespräch treffen. Die paraguayische Organisation SomosGay wurde eingeladen, einen Vertreter zu einem Treffen mit Papst in der Hauptstadt Asunción zu schicken, wo das katholische Kirchenoberhaupt auf seiner Lateinamerikareise Station machen will. Die Einladung wurde laut dem Direktor von SomosGay, Simón Cazal, durch die paraguaische Bischoftskonferenz übermittelt. Zuerst berichtete die Internetseite "Buzzfeed" darüber.

Cazal ist bekennender Katholik und Homosexueller und ein bekannter Verfechter der Rechte gleichgeschlechtlicher Paare in seiner Heimat. Er führt seit mehreren Jahren eine Kampagne zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in Paraguay an.

Papst Franziskus deutete bereits in zahlreichen Äußerungen an, die Position der Kirche gegenüber Homosexuellen abmildern zu wollen. Auf den Fall eines homosexuellen Priesters angesprochen entgegnete er, dass er kein Recht habe, diesen zu verurteilen. Vor einigen Wochen besuchte er homosexuelle und transsexuelle Häftlinge in einem italienischen Gefängnis.

Mit Vertretern und Aktivisten von Organisation die sich für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzen, traf sich bislang allerdings noch kein Papst. Auch hat sich die offizielle Position der Kirche zur Frage gleichgeschlechtlichen Ehe bislang nicht geändert. Nachdem im vergangenen Monat Irland per Volksentscheid die Homoehe einführte, sprach der Kardinalstaatssekretär des Vatikan von einer "Niederlage nicht nur der christlichen Prinzipien, sondern von einer Niederlange der Menschheit".

Quelle: n-tv.de

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