Dienstag, 30. November 2010
Auf der Suche nach dem Datenleck: Pentagon kappt die Leitungen
Die US-Regierung versucht ihre Daten nach der Veröffentlichung Tausender vertraulicher Dokumente zu sichern. Das Außenministerium kappte seine Datenbank für diplomatische Depeschen von einem Computer-Netzwerk des Militärs. Das Netzwerk gilt als Hauptquelle für die jüngsten Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform Wikileaks.US-Verteidigungsministerium hat nach den brisanten Wikileaks-Veröffentlichungen kalte Füße bekommen. Als Reaktion auf ein mögliches Leck kappte das Pentagon den Zugang der US-Streitkräfte zu seinen internen diplomatischen Dokumenten. Die Verbindung zwischen der Datenbank des Außenministeriums und dem internen Netzwerk SIPRNet des US-Verteidigungsministeriums und der Streitkräfte sei vorübergehend abgeklemmt worden, sagte ein Außenamtssprecher in Washington. Angesichts der Veröffentlichung von mehr als einer Viertelmillion diplomatischer Depeschen auf der Internetplattform Wikileaks hatte das State Department strengere Maßnahmen zum Schutz interner Unterlagen angekündigt.
Wie genau die Dokumente an Wikileaks gelangten, ist bislang noch ungeklärt; die US-Justiz hat den Soldaten Bradley Manning in Verdacht, der seit Mai in Haft sitzt. Dass ein relativ niedrigrangiger Soldat wie Manning Zugang zu geheimen Unterlagen des Außen- und des Verteidigungsministeriums besaß, hatte kritische Fragen nach der Effizienz der Schutzbestimmungen innerhalb der US-Regierung aufgeworfen.
Der Austausch interner Unterlagen zwischen Ministerien und Behörden war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zunächst stark ausgeweitet worden, um die Auswertung und Vernetzung von Informationen zu erleichtern.
Assange legt Beschwerde ein
Derweil versucht Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihn wegen Vergewaltigungsverdachts durchsetzen. Dies soll vor dem Obersten Gericht in Stockholm erfolgen. Der Haftbefehl war vorher in zwei Instanzen bestätigt worden.
Die schwedische Staatsanwaltschaft hat den 39-Jährigen auch international zur Fahndung ausgeschrieben, weil ihn zwei Frauen der Vergewaltigung sowie sexueller Nötigung bei einem Schweden-Besuch im August bezichtigen. Assange hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und als Komplott des US-Verteidigungsministeriums gegen ihn bezeichnet.
ppo/AFP/rts/dpa
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