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AfD-Chefin Frauke Petry ist heute mit Marco Pretzell liiert: Er teilt ihre Ansichten.
AfD-Chefin Frauke Petry ist heute mit Marco Pretzell liiert: Er teilt ihre Ansichten.(Foto: dpa)

Kein Freund der AfD: Petrys Ehemann unterstützt Merkel

Seit 18 Jahren ist AfD-Chefin Frauke Petry mit einem sächsischen Pfarrer verheiratet - beide leben getrennt. Dennoch fühlt sich Sven Petry immer wieder in die AfD-Ecke gedrängt und hat deshalb seit einigen Monaten selbst ein Parteibuch: allerdings von der CDU.

Der sächsische Pfarrer Sven Petry findet die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel "im Großen und Ganzen vernünftig und richtig" - eine Einstellung, die er mit vielen anderen teilt. Im Falle von Petry war dies jedoch nicht unbedingt zu erwarten. Denn der 39-Jährige ist seit 18 Jahren mit der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry verheiratet. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder, lebt aber getrennt. Dass seine Frau als Parteichefin im Fokus der Öffentlichkeit steht, wirkt sich auch auf das Leben des Pfarrers aus. In einem Interview mit Deutschlandfunk verriet Petry jetzt, dass er vor einigen Monaten in die CDU eingetreten ist, weil man ihn "als Ehemann der Vorsitzenden mit der AfD identifiziert hat".

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"Wer mich nicht kannte ist ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass ich vermutlich auch noch alle politischen Ansichten meiner Frau oder auch der AfD teile. Das tue ich nicht, das habe ich auch damals nicht getan", stellte Petry klar. Und während seine Ex-Partnerin gegen den Kurs der Kanzlerin schießt und den Flüchtlingen eine Mitschuld an der Eskalation vor einem Heim in Clausnitz gibt, twittert der gebürtige Lemgoer mit Blick auf Bautzen Sätze wie: "Wer Beifall klatscht, wenn es brennt, braucht dringend einen Integrationskurs."

Man dürfe Menschen als Menschen nicht zum Problem erklären, so Petry im Interview. "Es gibt gewisse Dinge, die gehören sich nicht. Das muss man in einer Gesellschaft beachten." In seiner evangelischen Kirchengemeinde mitten in der sächsischen Provinz Glauchau-Rochlitz begegne man Flüchtlingen trotz der jüngsten Schlagzeilen "auf keinen Fall mit Feindschaft". "Viele machen sich Gedanken, wie es weitergehen kann und soll. Das verunsichert viele Menschen", so Petry. "Man hat den Eindruck, es gibt keinen Plan."

Petry predigt Menschenliebe

Als Kirchenmann könne aber auch er selbst mit seinen Botschaften nicht jeden erreichen. Trete er offen für Flüchtlinge ein, werde ihm durchaus auch geraten, er solle sich "als Pfarrer da doch bitte raushalten". Trotzdem, erzählte Sven Petry, habe er in seiner Weihnachtsansprache letztes Jahr aus dem Titusbrief gepredigt, in dem von der "Menschenliebe Gottes, die in Jesus Christus erschienen ist und die allen Menschen gilt", die Rede sei. Auf die Frage, ob auch seine Noch-Ehefrau diese Predigt zugehört habe, sagte er: "Der Predigt über Titus? Nein."

Frauke Petry ist heute mit dem nordrhein-westfälischen AfD-Vorsitzenden Marcus Pretzell liiert. Seit 2014 sitzt sie im Sächsischen Landtag und ist seit Juli des vergangenen Jahres neben dem Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen an der Spitze der rechtspopulistischen Partei.

Quelle: n-tv.de

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