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Seit Sowjetzeiten pflegen Moskau und die Assad-Familie enge Beziehungen. Das kommt Syriens Regierung jetzt zugute.
Seit Sowjetzeiten pflegen Moskau und die Assad-Familie enge Beziehungen. Das kommt Syriens Regierung jetzt zugute.(Foto: REUTERS)

Millionen für strittigen Herrscher: Russland greift Assad unter die Arme

Vor der Präsidentschaftswahl in Syrien bezieht Russland klar Stellung: Putins Regierung unterstützt den umstrittenen Staatschef Assad, und zwar mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Umgehend melden sich die USA zu Wort. Sie helfen Assads Gegnern.

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Die russische Regierung hilft dem umstrittenen verbündeten Präsident Syriens, Baschar al-Assad, kurz vor der Präsidentschaftswahl in dem arabischen Land einem Zeitungsbericht zufolge mit 240 Millionen Dollar (175 Millionen Euro). Diese Vereinbarung sei bei einem Besuch des russischen Vizeregierungschefs Dmitri Rogosin vergangene Woche in Damaskus getroffen worden. Das berichtete die Moskauer Zeitung "Kommersant" unter Berufung auf nicht näher genannte Regierungskreise.

Die Unterstützung werde wegen der schweren humanitären Lage in dem Bürgerkriegsland gewährt, hieß es. Das Geld solle für Sozialhilfe ausgegeben werden. Russland rechnet mit einem Sieg Assads bei der vom Westen kritisierten Abstimmung am 3. Juni. Russland wolle mit der Geste der syrischen Bevölkerung zeigen, dass Assad auch von außerhalb Unterstützung habe, sagte der Politologe Alexej Malaschenko vom Carnegie Center in Moskau.

USA unterstützt Rebellen

Die Führung in Moskau halte demnach ungeachtet einer gemäßigten syrischen Opposition noch immer an Assad fest, meinte der Experte weiter. Enge Verbindungen mit der Assad-Familie bestehen seit Sowjetzeiten.

Die USA konterten umgehend und sagten den syrischen Rebellen im Kampf gegen den Präsidenten noch stärkere Unterstützung zu. US-Präsident Barack Obama sagte in einer Grundsatzrede zur Außenpolitik, er wolle mit dem Kongress zusammenarbeiten, um die Hilfe für jene Oppositionsgruppen in Syrien auszubauen, die die beste Alternative zu Assad darstellten.

Zugleich kündigte Obama einen entschiedenen Kampf gegen Extremisten in der Region an: "Wir werden unsere Anstrengungen verstärken, um Syriens Nachbarstaaten - Jordanien, Libanon, Türkei und Irak - bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu unterstützen und um gegen Terroristen vorzugehen, die über syrische Grenzen hinweg operieren."

In Syrien tobt seit mehr als drei Jahren ein Aufstand gegen die Herrschaft von Assad. In dem Bürgerkrieg sind bislang mehr als 160.000 Menschen ums Leben gekommen, Millionen Menschen sind auf der Flucht. Trotz der Gewalt will sich Assad am kommenden Dienstag bei einer Präsidentenwahl im Amt bestätigen lassen. Die Europäische Union hat die Wahl als Farce bezeichnet.

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Quelle: n-tv.de

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