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Vor dem Pariser Club "Olympia" stehen die Besucher Schlange - auch Überlebende der Terroranschläge sind unter ihnen.
Vor dem Pariser Club "Olympia" stehen die Besucher Schlange - auch Überlebende der Terroranschläge sind unter ihnen.(Foto: dpa)

Eagles of Death Metal in Paris: Sänger Hughes fordert Waffen für alle

Drei Monate nach dem "Bataclan"-Massaker betritt die US-Rockband wieder eine Pariser Bühne - und spielt für die Überlebenden der Terroranschläge. Ein Zeichen der Hoffnung, wären da nicht die streitbaren Ansichten des Frontmanns zum Waffenbesitz.

Die US-Rockband Eagles of Death Metal hat drei Monate nach dem Terroranschlag auf den Musikclub "Bataclan" wieder ein eigenes Konzert in Paris gespielt. Mit tosendem Jubel begrüßte das Publikum die Gruppe um Frontmann Jesse Hughes am Abend im traditionsreichen Konzertsaal "Olympia". Im Publikum saßen auch zahlreiche Überlebende des Massakers im "Bataclan" vom 13. November - die Band hatte sie ausdrücklich zu dem Konzert eingeladen.

Jesse Hughes begrüßt vor dem Konzert seine Fans.
Jesse Hughes begrüßt vor dem Konzert seine Fans.(Foto: AP)

Kurz vor seinem Auftritt hatte Hughes, der aus South Carolina stammt und sich selbst als "right wing extremist" bezeichnet, die Debatte um das Thema Waffenbesitz noch einmal angeheizt. Der Sänger sagte dem französischen TV-Sender iTele in einem emotionalen Interview, dass das Massaker im "Bataclan" womöglich hätte verhindert werden können, wenn jeder im Saal eine Waffe gehabt hätte. Allein in dem Konzerthaus hatten die Islamisten 90 Menschen ermordet - darunter auch ein Crew-Mitglied der Band.

In Frankreich gebe es zwar strikte Waffengesetze, doch auch diese hätten nicht verhindern können, dass die Menschen im "Bataclan" gestorben seien, so Hughes. Der 43-Jährige ist Mitglied der US-amerikanischen National Rifle Association (NRA) - einer Organisation, die für das individuelle Recht der Bürger auf den Besitz einer Schusswaffe eintritt. Dennoch will er sich nicht als Waffennarr verstanden wissen. "Ich gehe nirgendwo mehr hin ohne meine Waffe", sagte er. "Das nervt. Und ich bin nicht paranoid. Ich will nur vorbereitet sein."

Hughes: "Ich habe wirklich Angst"

Hughes hat eine klare Haltung zum Thema: "Solange, bis keiner mehr eine Waffe hat, sollte jeder eine haben." Im "Bataclan" seien "einige der mutigsten Männer", die er je gesehen habe, die einzigen gewesen, die die Terroristen stoppen konnten, so Hughes. "Ihre Waffen haben sie in dieser Nacht ebenbürtig gemacht." Trotzdem kritisierte er die jüngste Aussage von US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump zu den Pariser Anschlägen als "absurd". Trump hatte erklärt, er trage immer eine Waffe bei sich. Und: "Wäre ich im 'Bataclan' gewesen, hätte ich das Feuer eröffnet."

Obwohl für das Konzert der Eagles of Death Metal erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden waren, stand die Band vor ihrem Auftritt unter enormem Druck. "Ich habe Angst, ich habe wirklich Angst", hatte Hughes in einem AFP-Interview gestanden. "Ich hoffe, ich kann auf die Bühne laufen und stärker sein als jetzt. Ich will nicht vor allen zusammenbrechen." Er hat sein Ziel erreicht.

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Quelle: n-tv.de

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