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Hunderte Demonstranten versuchten auch am Sonntag, auf das Gelände der saudiarabischen Botschaft vorzudringen.
Hunderte Demonstranten versuchten auch am Sonntag, auf das Gelände der saudiarabischen Botschaft vorzudringen.(Foto: dpa)

Gewaltsame Zusammenstöße in Teheran: Saudi-Arabien weist iranische Diplomaten aus

Saudi-Arabien bricht die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Die Vertretung des Iran und alle mit ihr verbundenen Einrichtungen seien aufgefordert worden, Saudi-Arabien innerhalb von 48 Stunden zu verlassen, teilt das Außenministerium in Riad mit.

Nach den Protesten gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Scheich Nimr Baker al-Nimr durch Saudi-Arabien hat die Regierung in Riad die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen. Das verkündete Außenminister Adel al-Dschubeir. Alle iranischen Diplomaten müssten binnen 48 Stunden das Land verlassen, fügte der saudiarabische Außenminister hinzu.

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Die Hinrichtung von Nimr al-Nimr am Samstag hat die Spannungen zwischen Riad und Teheran massiv verschärft. "Zweifellos wird das zu Unrecht geflossene Blut dieses Märtyrers Folgen haben, und die saudischen Führer werden die Rache Gottes spüren", drohte der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei.

Der schiitische Iran und das sunnitische Königreich Saudi-Arabien ringen um die Vormachtstellung in der Region. In der Nacht zum Sonntag hatten Demonstranten die saudiarabische Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran gestürmt, Teile des Gebäudes in Brand gesetzt und Büros verwüstet. Trotz weiträumiger Absperrungen versuchten in Teheran auch am Sonntag Hunderte Demonstranten zur saudischen Botschaft vorzudringen - es gab Zusammenstöße mit der Polizei und Rufe nach dem "Tod der saudischen Königsfamilie".

Der iranische Präsident Hassan Ruhani verurteilte den nächtlichen Sturm auf die Auslandsvertretung. "Der Angriff von Extremisten auf die saudische Botschaft in Teheran ist in keiner Weise zu rechtfertigen und hatte negative Auswirkungen auf das Image des Iran", teilte Ruhani mit.

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Angriffe iranischer Demonstranten auf Botschaften in Teheran hat es schon früher gegeben: 1979 auf die US-Botschaft, 2011 auf die britische Vertretung. Beide Male musste die iranische Führung nicht nur eine diplomatische Krise mit den betroffenen Staaten durchmachen, sondern auch Millionen Schadenersatz zahlen.

Internationale Proteste

Al-Nimr, der lange Zeit im Iran lebte und in Saudi-Arabien die Unterdrückung der schiitischen Minderheit anprangerte, war am Samstag mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorismusvorwürfen exekutiert worden. Die Todesurteile wurden durch Enthauptungen oder Erschießungen vollstreckt. Daraufhin flammten Proteste unter Schiiten in anderen Ländern auf: Im Irak gingen in der Provinz Al-Wasit Hunderte auf die Straße und forderten die Schließung der saudischen Botschaft in Bagdad. Auch in Bahrain und dem indischen Teil Kaschmirs demonstrierten insgesamt Tausende gegen die Hinrichtung von Al-Nimr.

Die Hinrichtungen in Saudi-Arabien lösten international Besorgnis vor gefährlichen Entwicklungen in der islamischen Welt aus. Auch die EU und die Bundesregierung äußerten sich besorgt. Deutschland setze sich gemeinsam mit seinen Partnern in der EU für die Abschaffung und Ächtung der Todesstrafe ein - und zwar weltweit.

Linke und Grüne im Bundestag forderten ein Ende der sogenannten strategischen Partnerschaft Deutschlands mit Saudi-Arabien. Die USA riefen die Führung in Riad auf, "die Menschenrechte zu respektieren und zu schützen".

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zeigte sich "zutiefst bestürzt" und äußerte "ernsthafte Zweifel an der Art der Strafen und der Fairness der Verfahren". Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, erklärte in Genf: "Verurteilungen dürfen nicht auf Geständnissen basieren, die unter Folter oder unter Prozessbedingungen gemacht wurden, die nicht internationalem Standard entsprechen."

Der 55-jährige Al-Nimr war wegen seiner Kritik an der Unterdrückung der religiösen Minderheit in Saudi-Arabien durch das sunnitische Königshaus eingesperrt worden. Der Aktivist war für seine Unterstützung friedlicher Proteste bekannt. Er galt als treibende Kraft hinter den Demonstrationen gegen die Regierung, die zu Beginn des Arabischen Frühlings 2011 im Osten Saudi-Arabiens aufflammten.

Quelle: n-tv.de

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