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Boden-Luft-Raketen gegen Assad: Saudis wollen syrische Rebellen bewaffnen

Saudi-Arabien will die Wende im syrischen Bürgerkrieg herbeiführen - zu Ungunsten von Machthaber Assad. Dessen Kampfflugzeuge sollen moderate Rebellen mithilfe saudischer Luftabwehrraketen vom Himmel holen. Eine Strategie, die gefährlich werden könnte.

Saudi-Arabiens will moderate Rebellen in Syrien mit Boden-Luft-Raketen ausstatten. Solche Geschosse würden es "der gemäßigten Opposition ermöglichen, Hubschrauber und Flugzeuge des Regimes auszuschalten", sagte Außenminister Adel al-Dschubeir dem "Spiegel". Sie könnten die Machtverhältnisse im Land "so verändern, wie sie sie seinerzeit in Afghanistan verändert haben".

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Während der sowjetischen Besatzung Afghanistans in den 80er Jahren hatte die US-Regierung islamische Widerstandskämpfer ("Mudschaheddin") mit Luftabwehrraketen des Typs Stinger versorgt, was sich als sehr erfolgreich erwies. 1989 kam es zum kompletten Abzug der sowjetischen Truppen.

Al-Dschubeir sagte weiter, die russische Intervention werde die syrische Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad langfristig nicht retten. Assad müsse abtreten, um einen politischen Prozess zu ermöglichen. "Die andere Option ist, dass der Krieg weitergeht und Assad besiegt wird", sagte der saudiarabische Außenminister.

Saudische Spezialkräfte gegen IS

Zudem wolle Saudi-Arabien die US-geführte Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien weiter mit Spezialkräften unterstützen. Eine ideologische Nähe zwischen dem IS und dem Wahhabismus, der extrem konservativen Auslegung des Islams in Saudi-Arabien, stritt al-Dschubeir ab: "Der IS ist ungefähr so islamisch, wie der Ku-Klux-Klan christlich ist."

Saudi-Arabien unterstützt seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien die sunnitischen Rebellen. Seit dem Erstarken der Dschihadisten beteiligt sich das Land aber auch an der Anti-IS-Koalition. Im März 2015 verringerte Riad sein Engagement, weil das Land Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen im Jemen startete. Inzwischen beteiligt sich Riad in Syrien aber wieder aktiv.

Quelle: n-tv.de

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