Politik
(Foto: picture alliance / dpa)

Staatsanwaltschaft ermittelt: Täuschte Linke-Politiker Angriff vor?

Es ist eine abscheuliche Tat: In Wismar gibt ein Nachwuchspolitiker zu Protokoll, von mutmaßlich Rechten mit einem Messer attackiert und verletzt worden zu sein. Die Partei reagiert entsetzt. Doch möglicherweise war alles ganz anders.

Der Vorfall sorgt bundesweit für Schlagzeilen - und ist vielleicht nur vorgetäuscht: In Wismar gibt der Linke-Mitarbeiter Julian Kinzel an, von mutmaßlich Rechten mit einer Messer attackiert und dabei erheblich verletzt worden zu sein. 17 Mal hätten die Täter auf ihn eingestochen. Auch n-tv.de berichtet darüber. Doch inzwischen mehren sich die Zweifel an Kinzels Darstellung. Nun ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft - und zwar gegen den 18-Jährigen. Es gehe um den Verdacht auf Vortäuschung einer Straftat, sagte ein Behördensprecher laut NDR.

Dem Sprecher zufolge sind die festgestellten Schnittverletzungen des mannes nicht mit den Schilderungen zum Tatverlauf in Übereinstimmung zu bringen. Dagegen sei "hinreichend wahrscheinlich", dass er sich die Verletzungen Anfang voriger Woche selbst zufügte.

Julian Kinzel hatte den Angriff vor gut einer Woche in der Nähe des Hauptbahnhofs in Wismar der Polizei gemeldet, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock erklärt hatte. So soll Kinzel von den Angreifern als "schwule Kommunistensau" bezeichnet worden sein. Dem NDR soll er noch erklärt haben, allein sein dicker Wintermantel habe ihn geschützt. Was bei der Staatsanwaltschaft Schwerin zudem Skepsis hervorruft, sei der Tatsache, dass Kinzel den Mantel nicht mehr für Ermittlungen vorlegen könne. Dieser sei ihm nach der Tat gestohlen worden.

Kinzel ist Mitglied im Kreisvorstand der Schweriner Linken. Dieser sowie die Bundesspitze der Partei hatten sich entsetzt über den Vorfall gezeigt. In einer Pressemitteilung hatte Kinzel zudem Aufsehen gesorgt, indem er mit den Worten, "wir dürfen auf solche Attacken nicht mit Radikalisierung antworten. Unsere Antwort auf Hass muss Liebe, auf Dummheit Vernunft und auf Gewalt Solidarität sein", zitiert worden war.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen