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Wahrhaftig hat seit Jahren niemand außer Gefolgsleuten Bagdadi gesehen.
Wahrhaftig hat seit Jahren niemand außer Gefolgsleuten Bagdadi gesehen.(Foto: picture alliance / -/AP/dpa)
Freitag, 29. September 2017

Sprachbotschaft Al-Bagdadis: Totgeglaubter IS-Chef meldet sich - angeblich

Tot oder nicht tot? Beim selbsternannten Kalifen und Chef der Terrormiliz IS wechseln sich die Nachrichten dazu ab. Im Internet taucht eine angebliche Sprachbotschaft von Abu Bakr al-Bagdadi auf. Ihre Echtheit ist noch fraglich, der Inhalt zumindest aktuell.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat eine angebliche Audiobotschaft ihres Anführers Abu Bakr al-Bagdadi veröffentlicht, in der dieser seine Anhänger zum "Widerstand" gegen ihre Feinde aufruft. Der Weg zum Sieg sei es, "geduldig zu sein und den Ungläubigen Widerstand zu leisten", heißt es in der über die IS-nahe Al-Furkan-Mediengruppe veröffentlichten Aufnahme. Die US-Regierung erklärte, die Echtheit der Aufnahme werde überprüft.

Es ist die erste angebliche Audiobotschaft von Al-Bagdadi seit November 2016. Damals hatte der IS-Anführer seine Anhänger zur Verteidigung der Stadt Mossul im Irak aufgerufen. Inzwischen wurde Mossul von der irakischen Armee aus den Händen des IS zurückerobert.

In der 46 Minuten langen Ansprache, die mit langen Koranzitaten und Hadithen - Weisheiten des Propheten - beginnt, versucht der IS-Chef seine Anhänger trotz der Niederlagen in Syrien und im Irak zu ermutigen. Alle mächtigen Staaten hätten an Macht und Schlagkraft verloren, so die Grundaussage: Die USA seien keine Supermacht mehr, Russland hätte ihnen das Heft für Syrien aus der Hand genommen. Die USA, Japan und Europa seien in Angst vor Nordkorea und Terrorattacken der IS-Kämpfer. Saudi-Arabien kümmere sich nurmehr um die Rivalität mit Iran. All das seien Chancen für den IS. "Wir lehnen uns zurück und warten ab." Der Sprecher ruft die Anhänger des IS dazu auf, Sunniten anzuwerben.

Der Iraker Al-Bagdadi hatte 2014 mit der IS-Miliz weite Teile des Iraks und Syriens erobert. Im Juli 2014 trat er in Mossul das einzige Mal öffentlich auf und rief dabei das "Kalifat" des IS aus. Im Juli hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte Al-Bagdadi für tot erklärt. US-Verteidigungsminister James Mattis hatte dies jedoch angezweifelt.

Quelle: n-tv.de

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