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Umgestürzte Strommasten: Die Energieversorgung auf Puerto Rico ist weitgehend zusammengebrochen.
Umgestürzte Strommasten: Die Energieversorgung auf Puerto Rico ist weitgehend zusammengebrochen.(Foto: AP)
Mittwoch, 27. September 2017

Besuch im Katastrophengebiet: Trump kümmert sich um Puerto Rico

Nach Texas und Florida wird auch Puerto Rico von einem Hurrikan verwüstet. Doch viele Menschen haben den Eindruck, ihrem Präsidenten seien die Bundesstaaten wichtiger als das US-Außengebiet. Trump weist den Vorwurf empört zurück.

US-Präsident Donald Trump will kommenden Dienstag das von Hurrikan "Maria" verwüstete US-Außengebiet Puerto Rico besuchen. Die Bewohner der Insel seien ihm "sehr wichtig" und seine Regierung leiste dort massive Katastrophenhilfe, konterte Trump Vorwürfe, er lasse die Karibikinsel im Stich. Es seien bereits "Riesenmengen" an Trinkwasser, Nahrungsmitteln und sonstigen Vorräten nach Puerto Rico gebracht worden, betonte der Präsident. Seine Regierung arbeite dort "sehr, sehr hart".

Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rossello hatte zuvor mangelnde Hilfen beklagt und vor einer "humanitären Krise" auf der verwüsteten Insel gewarnt: "Wir brauchen jetzt sofort Taten", sonst werde es einen "massiven Exodus" auf das US-Festland geben. Auch die Bürgermeisterin der Inselhauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz, warnte: "Es geht um Leben oder Tod".

Trump war zuletzt vorgeworfen worden, auf die Zerstörung der Karibikinsel langsamer zu reagieren als auf jene in den US-Bundesstaaten Texas und Florida nach den Hurrikanen "Harvey" und "Irma". Für Kritik hatte vor diesem Hintergrund vor allem seine jüngste Auseinandersetzung mit Football- und Basketball-Stars gesorgt, denen er mangelnden Patriotismus vorwarf. Der Präsident wurde angehalten, sich lieber auf den Wiederaufbau von Puerto Rico zu konzentrieren, als sich auf Twitter zu streiten.

Lange Schlangen vielerorts

Durch die jüngsten Stürme waren auf Puerto Rico mindestens 13 Menschen getötet worden, die Infrastruktur wurde schwer beschädigt. Es gibt kaum noch Lebensmittel oder Treibstoff, die Telefonverbindungen sind zusammengebrochen. Vor Supermärkten und Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Wasser, Gas und Eis wurden rationiert. Wo es geht, greifen die Menschen zur Selbsthilfe.

Rossello wies auch auf die schwierige Finanzlage des US-Außengebiets mit 3,5 Millionen Einwohnern hin, was die Situation zusätzlich erschwere. Die Schuldenlast von Puerto Rico beläuft sich auf mehr als 70 Milliarden Dollar (rund 59 Milliarden Euro). Seit vergangenem Mai ist das Territorium offiziell zahlungsunfähig.

Rolle der Staatsverschuldung

Trump schlug den Bogen von der katastrophalen Lage nach den Stürmen zur hohen Staatsverschuldung des US-Außengebiets. Die Milliardenschulden, die Puerto Rico bei den Banken habe, erschwerten den Wiederaufbau, schrieb er auf Twitter. Dieses Problem müsse angepackt werden.

Bürgermeisterin Yulín Cruz wandte sich jedoch dagegen, die Fragen von Staatsverschuldung und Katastrophenhilfe zu vermengen: Es handle sich um "zwei verschiedene Themen". Im Sender CNN sagte sie: "Man stellt Schulden nicht über Menschen, man stellt Menschen über Schulden.

Die frühere spanische Kolonie Puerto Rico zählt zu jenen US-Territorien, die zwar der Regierung in Washington unterstehen, aber kein Bundesstaat der USA sind. Die Einwohner haben die US-Staatsbürgerschaft, dürfen aber nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen.

Quelle: n-tv.de

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