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Ein F16-Kampfjet auf der Luftwaffenbasis Incirlik.
Ein F16-Kampfjet auf der Luftwaffenbasis Incirlik.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Kurden drängen IS bei Kobane zurück: Türkei bombardiert PKK-Stellungen

Seit Wochen bedrängen die USA die Türkei, sich stärker im Kampf gegen die Terrormiliz IS zu engagieren. Doch Ankara bleibt hart. Militärisch aktiv ist der Nato-Staat jetzt dennoch geworden – gegen die Kämpfer der PKK.

Vor dem Hintergrund heftiger Kämpfe um die Kurdenstadt Kobane in Syrien bombardiert die türkische Luftwaffe PKK-Stellungen in der Türkei. Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtete, flogen F-16- und F-4-Kampfflugzeuge Angriffe gegen Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Südosten des Landes. PKK-Kämpfer hätten zuvor mehrfach eine Polizeistation in Daglica in der Grenzregion zum Irak unter Beschuss genommen, schrieb die Zeitung. Es sei der "erste umfassende Luftschlag" gegen die PKK gewesen, seit die Organisation im März vergangenen Jahres einen Waffenstillstand erklärt hatte.

Der PKK, die eng mit den in Kobane kämpfenden kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in Syrien verbunden sind, seien mit den Luftschlägen "schwere Verluste" zugefügt worden. Die verbliebenen Rebellen hätten das Weite gesucht. Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Kurden-Konflikt droht zu eskalieren

Die Beziehungen zwischen der PKK und der türkischen Regierung hatten sich in den vergangenen Wochen massiv verschlechtert. Grund ist die Belagerung der von Kurden bewohnten Stadt Kobane im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei durch die radikale Miliz Islamischer Staat (IS). Die Kurden werfen der Türkei unter anderem vor, trotz eines drohenden Massakers nicht einzugreifen, weil die Kämpfer in Kobane Verbindungen zur PKK haben sollen.

Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan hatte unlängst mit einem Abbruch des Friedensprozesses gedroht, sollte die nordsyrische Kurdenmetropole Kobane, die direkt an der türkischen Grenze liegt, vom IS erobert werden. In den vergangenen Tagen gab es in der Türkei teils gewaltsame Demonstrationen von Kurden, die ein Eingreifen des türkischen Militärs gegen den IS in Kobane verlangen.

Auch zwischen den USA und der türkischen Regierung gibt es derzeit Streit über die Nutzung türkischer Stützpunkte durch die US-geführte Anti-IS-Koalition. Die Regierung in Ankara lehnt einen Alleingang mit Bodentruppen in Nordsyrien ab. Die Türkei pocht auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad richtet.

Quelle: n-tv.de

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