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Der Selbstmordattentäter sprengte sich in einer beliebten Einkaufsmeile von Istanbul in die Luft.
Der Selbstmordattentäter sprengte sich in einer beliebten Einkaufsmeile von Istanbul in die Luft.(Foto: REUTERS)

Vier Tote in Istanbul: Türkischer IS-Kämpfer verantwortlich?

Für den tödlichen Anschlag in Istanbul ist möglicherweise der Islamische Staat verantwortlich. Türkische Medien berichten von einem 33-jährigen Türken als Täter, der für den IS gekämpft haben soll. Deutsche sind nicht unter den Opfern.

Regierungsnahe Medien in der Türkei machen den Islamischen Staat für den Anschlag in Istanbul verantwortlich. Demnach wurde als Attentäter ein 33-jähriger Türke identifiziert, der ein IS-Kämpfer gewesen sein soll. Von offizieller Seite gab es dazu keine Äußerung, bisher hat sich auch niemand zu dem Anschlag bekannt. Von diplomatischer Seite verlautete lediglich, es werde in "alle Richtungen" ermittelt.

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Bei dem Selbstmordanschlag im Zentrum von Istanbul waren mindestens 4 Menschen getötet und mindestens 36 verletzt worden. Bei den Todesopfern handelte es sich türkischen Medienberichten zufolge um drei Israelis und einen Iraner. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu bestätigte mindestens zwei israelische Opfer.

Auch unter den Verletzten waren zahlreiche Ausländer, unter anderem aus Israel, Irland, Island und dem Iran. Zwischenzeitlich war auch von einem deutschen Verletzten die Rede. Das Auswärtige Amt in Berlin dementierte die Angabe allerdings.

Auswärtiges Amt rät zu "erhöhter Vorsicht"

Der Attentäter hatte sich am Vormittag in einer beliebten Einkaufsstraße in die Luft gesprengt, etwa 500 Meter vom berühmten Taksim-Platz entfernt. Die Nachrichtenagentur Dogan veröffentlichte Aufnahmen von Überwachungskameras, die offenbar zeigen, wie der Sprengsatz neben einer Gruppe von Passanten detoniert. "Wir haben eine laute Explosion gehört und sind zum Fenster gerannt", berichtete Anwohner Ahmet. Auf der Straße habe er Leichenteile gesehen.

Das Auswärtige Amt riet deutschen Touristen in Istanbul zunächst, vorerst in ihren Hotels zu bleiben. In den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes hieß es am Abend aber nur noch, Reisenden in Istanbul werde "geraten, öffentliche Plätze, auch touristische Attraktionen und allgemein Menschenansammlungen in den nächsten Tagen zu meiden". Allgemein wurden Reisende in Istanbul, Ankara und anderen türkischen Großstädten zu "erhöhter Vorsicht" aufgerufen.

Erst am Sonntag vergangener Woche starben bei einem Anschlag in Ankara 35 Menschen. Im Januar wurden bei einem Selbstmordanschlag in Istanbul zwölf Deutsche getötet. Angesichts konkreter Hinweise auf Anschlagspläne sind seit Donnerstag außerdem die deutsche Botschaft und das Konsulat sowie die deutschen Schulen in Ankara und Istanbul geschlossen.

Quelle: n-tv.de

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