Politik
Es ist der erste Luftschlag der USA gegen den IS.
Es ist der erste Luftschlag der USA gegen den IS.(Foto: dpa)

Luftangriffe im Zentralirak: USA bombardieren IS bei Bagdad

Das amerikanische Militär greift zum ersten Mal Stellungen des IS nahe der irakischen Hauptstadt an. Die Luftschläge sind Teil des ausgeweiteten Einsatzplanes von Präsident Obama. Die Syrien-Strategie hat allerdings in den USA nicht nur Befürworter.

Die USA haben ihre Luftangriffe im Irak ausgeweitet und erstmals eine Stellung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad beschossen. Wie das für die Region zuständige US-Militärkommando mitteilte, diente der Angriff unter anderem der Unterstützung der irakischen Streitkräfte.

Video

Die Attacke sei der erste Schritt des von Obama angekündigten "ausgeweiteten" Einsatzes gewesen, hieß es. Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN zitierte einen Regierungsvertreter, wonach der Angriff rund 35 Kilometer entfernt von der Hauptstadt erfolgte. Nach Angaben des Militärs wurden am Sonntag bei Luftangriffen in der Sindschar-Region zudem sechs IS-Fahrzeuge zerstört.

Die USA fliegen bereits seit Anfang August Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Mit den jüngsten Luftangriffen summiert sich die Zahl der US-Angriffe nach Armeeangaben auf 162. Im August waren zehntausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden vor dem Vorstoß der IS-Kämpfer in das nördliche Sindschar-Gebirge geflüchtet.

Syrieneinsatz in den USA umstritten

Die Strategie der USA sieht auch Luftangriffe gegen den IS in Syrien vor. Die Angriffe sollen ohne Absprache mit dem syrischen Regime erfolgen. Dieses hat bereits gedroht, dass es solche Angriffe als Aggression gegen Syrien werten werde. Ein ranghoher US-Beamter warnte die syrische Armee von Staatschef Baschar al-Assad deshalb vor Angriffen auf Flugzeuge der USA. Das Militär werde in einem solchen Fall zurückschlagen, um die eigenen Piloten zu schützen.

Verteidigungsminister Hagel und Generalstabschef Dempsey sollen heute das weitere Vorgehen vor dem Streitkräfteausschuss des Senats erläutern. Dabei müssen sie sich auf harte Fragen der Mitglieder gefasst machen. Der Senat muss gemeinsam mit dem Abgeordnetenhaus entscheiden, ob die USA wie von Obama gefordert die "moderaten" syrischen Rebellen trainieren und ausbilden sollen. Während einige Kongressmitglieder befürchten, dass Ausrüstung des US-Militärs in die falschen Hände geraten könnte, sehen andere diesen Schritt als entscheidend im Kampf gegen den IS.

IS rekrutiert verstärkt in der Türkei

Die Terrormiliz rekrutiert nach Informationen der Zeitung "New York Times" zunehmend auch in der Türkei neue Mitglieder. Bis zu 1000 Türken hätten sich bislang der Extremistengruppe angeschlossen, berichtet das Blatt unter anderem unter Berufung auf türkische Regierungsangaben. Die neuen Kämpfer fühlten sich sowohl von der Ideologie der Miliz als auch von der Bezahlung angezogen. Das Blatt berichtet von einem 27-jährigen Türken, der nach einer 15-tägigen Basisausbildung im syrischen Rakka einer Kampfeinheit zugewiesen wurde. Er habe bereits zwei Männer erschossen und an einer öffentlichen Hinrichtung teilgenommen.

Mehr als 20 Länder haben bisher angekündigt, sich dem Kampf gegen die Extremisten anzuschließen. Sie hatten sich bei einer Konferenz in Paris auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die sunnitischen Extremisten verständigt. Dazu sollten in Absprache mit der irakischen Regierung alle notwendigen Mittel eingesetzt werden. Dies umfasst auch Militäreinsätze.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen