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Die Al-Al-Bakraoui-Brüder und Najim Laachroui (Mitte).
Die Al-Al-Bakraoui-Brüder und Najim Laachroui (Mitte).(Foto: twitter)

Terror in Brüssel: Was wir über die Täter wissen

Einen Tag nach den blutigen Anschlägen in Brüssel haben Ermittler die mutmaßlichen Täter identifiziert. Die 31 Toten und fast 260 Verletzte gehen auf das Konto der Al-Bakraoui-Brüder und wohl auf Najim Laachroui - Kampfname: "Abou Idriss"

Die Terrorserie von Brüssel geht offenbar auf das Konto eines Bruderpaares und eines 25-jährigen Belgiers mit Sprengstoffwissen. Sie alle sollen Verbindungen zu den Attentätern von Paris gehabt haben.

Wer ist Najim Laachraoui?

Der 25-Jährige ist belgischer Staatsbürger und gilt als Bombenexperte. Laut "New York Times" studierte Laachraoui bis 2012 an einer katholischen Hochschule in Schaerbeek Elektrotechnik. Er könnte also für den Sprengstoff zuständig gewesen sein.

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Zudem wurde seine DNA bereits auf Bombenmaterial gefunden, das bei den Anschlägen in St. Deniz in Paris benutzt wurde. Laut belgischem Sender RTBF könnte er einer der Drahtzieher der Attentate in Paris mit 130 Toten sein.

Laachraoui soll Medienberichten zufolge von 2013 bis 2015 mit Salah Abdeslam in Syrien gewesen sein. Er war Teil einer der ersten Gruppe aus Brüssel, die sich dem IS angeschlossen hat. Sein Kampfname war "Abou Idriss", wie "La Dernière Heure" schreibt. Dieser Name würde auch in den Akten eines Gerichtsprozess auftauchen, der Anfang Mai geführt werden soll. Darin soll ihm der Staatsanwalt vorgeworfen haben, mehrere Freunde zum IS gelockt zu haben. "Le Monde" zufolge soll Laachraoui auch in einen Anschlag in Kairo verwickelt sein.

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Gut zwei Monate vor den Anschlägen in Paris soll er mit Salah Abdeslam in Ungarn gewesen sein. Bei einer Kontrolle auf dem Weg nach Österreich nutzte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Brüssel einen gefälschten belgischen Personalausweis auf den Namen Soufiane Kayal.

Wie der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf den ZDF-Terrorismusexperten Elmar Teveßen berichtet, soll Abdeslam den 24-Jährigen und einen weiteren Mann mit einem Mietauto aus einer Flüchtlingsunterkunft in Budapest abgeholt und nach Brüssel gebracht haben. Die Kontrolle an der österreich-ungarischen Grenze blieb demnach erfolglos, weil es offenbar keine Hinweise auf eine Terrorverbindung in den Datenbanken gegeben hatte. Auf dem Rückweg übernachteten die Männer dem Bericht zufolge im Raum Kitzingen in Bayern.

Wer sind Khalid und Ibrahim Al-Bakraoui?

Bei den identifizierten Attentätern handelt es sich um die Al-Bakraoui-Brüder. Der 30 Jahre alte Ibrahim sprengte sich im Flughafen in die Luft, sein jüngerer Bruder Khalid (27) in der Brüsseler U-Bahn. In einem Testament, dass in einem Müllbehälter in Schaerbeek sichergestellt wurde, fanden sich Hinweise auf das Motiv. Ibrahim habe angegeben, er wisse nicht mehr, was er tun solle. Er werde gesucht.

Beide Brüder waren der Polizei bereits länger bekannt und wurden seit letzter Woche international gesucht. Wie bekannt wurde, haben die zwei dem Paris-Attentäter Salah Abdeslam, der am Freitag verhaftet wurde, Unterschlupf geboten. Deswegen wurden die zwei von der belgischen Polizei gejagt.

Khalid hatte laut RTBF unter falscher Identität auch eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest angemietet, wo es bereits am Dienstag vergangener Woche bei einer Hausdurchsuchung zu einer Schießerei mit der Polizei gekommen war. Ein mutmaßlicher Terrorist kam dabei ums Leben, zwei Verdächtige flüchteten.

Khalid soll ebenfalls das Versteck für andere Paris-Attentäter organisiert haben. Im belgischen Charleroi hatten sich zwei der Attentäter getroffen, die im November in Paris an den Anschlägen beteiligt waren. Es waren Abdelhamid Abaaoud, der Drahtzieher, und Bilal Hadfi, einer der Attentäter, die ihre Bombe am Stade de France explodieren ließen. Laut RTBF sollen die Al-Bakraoui Brüder auch die Paris-Attentäter mit Munition und Waffen versorgt haben.

Die Al-Bakraoui-Brüder waren der Polizei laut RTBF bereits als Schwerkriminelle bekannt. Ibahim sei im Oktober 2010 zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden, weil er nach einem Raubüberfall in Brüssel mit einem Sturmgewehr des Typs Kalaschnikow auf einen Polizisten gefeuert und diesen verletzt habe. Khalid habe 2011 eine fünfjährige Haftstrafe wegen Autoraubs erhalten. Ibrahim wurde 2014 auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Weil er sich nicht an die Bedingungen gehalten hat, stand er eigentlich schon seit August letzten Jahres auf der Fahndungsliste der Polizei.

Quelle: n-tv.de

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