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"Dieser Mann ist kein Christ": Wie der Papst Trump in Rage bringt

Für Donald Trump hört der Spaß beim Glauben auf: Als Franziskus die Christlichkeit des Republikaners wegen dessen Aussagen zu illegalen mexikanischen Einwanderern infrage stellt, empört sich der Milliardär - fast so, als hätte man ihm einen Wahlsieg aberkannt.

Mit seinen umstrittenen Äußerungen über die Migrationspolitik der Vereinigten Staaten hat US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump jetzt sogar den Papst gegen sich aufgebracht. Kurz vor Ende seines sechstägigen Besuchs in Mexiko sagte Franziskus: "Jemand, der nur daran denkt, Mauern zu errichten - egal, wo diese stehen - und nicht daran, Brücken zu bauen, ist nicht christlich. Das ist nicht das Evangelium. Dieser Mann ist kein Christ, wenn er solche Dinge sagt."

Damit bezog er sich auf Forderungen Trumps, mehr Einwanderer aus Mexiko abzuschieben und das mittelamerikanische Land zu zwingen, eine Mauer entlang der Grenze zu den USA zu bauen - und auch zu bezahlen. Die Antwort des Immobilienmilliardärs ließ nicht lange auf sich warten. Es sei "schändlich" für einen religiösen Führer, den Glauben eines Menschen in Zweifel zu ziehen, sagte Trump.

"Wenn der Vatikan von (der Terrormiliz) IS angegriffen wird, was ihr Ziel ist, wird sich der Papst noch wünschen und dafür beten, dass Donald Trump Präsident ist." Der mexikanischen Regierung warf der 69-Jährige vor, den Papst mit abfälligen Bemerkungen über seine Person manipuliert zu haben. "Er hat nur die eine Seite der Geschichte gehört", klagte Trump. "Er sieht weder die Verbrechen noch den Drogenhandel oder den negativen Einfluss der aktuellen Politik auf die US-Wirtschaft."

Der Papst und seine Mauern

Einen zusätzlichen Giftpfeil verschoss Trumps Wahlkampfteam wenig später über Twitter. Sein Sprecher, Dan Scavino, veröffentlichte eine Luftaufnahme des Vatikans mit der eingezeichneten Mauer um die Stadt. Sein süffisanter Kommentar: "Bemerkenswerte Ansichten vom Papst - angesichts dessen, dass Vatikanstadt zu hundert Prozent von massiven Mauern umgeben ist." Es dauerte nur wenige Minuten, bis der Tweet tausendmal geteilt worden war.

Die frühere Bewunderung für den Heiligen Vater dürfte Trump jedenfalls abgelegt haben. Noch im Dezember 2013, nur wenige Monate nach der Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum Kirchenoberhaupt, hatte Trump getwittert: "Der Papst ist ein bescheidener Mann, fast so wie ich selbst. Das erklärt, warum ich ihn so sehr mag."

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Quelle: n-tv.de

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