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Nach fast vierjährigen Kämpfen liegt die syrische Großstadt Aleppo in Schutt und Asche.
Nach fast vierjährigen Kämpfen liegt die syrische Großstadt Aleppo in Schutt und Asche.(Foto: REUTERS)

An der türkischen Grenze gefangen: Zehntausende Syrer flüchten vor Assad

Anfang der Woche startet Syriens Machthaber Assad mit russischer Unterstützung eine Offensive im Norden des Landes. Seitdem flüchten Zehntausende Menschen aus der Region um Aleppo in Richtung Türkei. Die hält ihre Grenzen vorerst geschlossen.

Die Vereinten Nationen haben die Flucht von Tausenden Syrern in Richtung türkischer Grenze bestätigt. Eine UN-Sprecherin teilte mit, dass mindestens 15.000 Menschen aus dem Gebiet nördlich von Aleppo geflüchtet seien. Es gibt zudem Berichte, dass bereits Zehntausende an der Grenze zur Türkei warteten, um das Land zu verlassen. Hintergrund ist eine neue Offensive der syrischen Armee in der Region um Aleppo.

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Zurzeit hält die Türkei die Grenze noch geschlossen. Die UN-Sprecherin teilte allerdings mit, Personen, die dringend medizinische Hilfe benötigten, würden ins Land gelassen. Türkische Medien berichteten außerdem, dass in der Nähe des Grenzübergangs Öncüpinar ein Zeltlager zur Registrierung der Neuankömmlinge errichtet wird. Die türkische Regierung kündigte an, alle Flüchtlinge aufzunehmen.

Die syrische Armee hatte Anfang der Woche mit der libanesischen Hisbollah-Miliz und der massiven Unterstützung russischer Kampfflugzeuge eine Offensive in der Region begonnen und seitdem die Ortschaft Rijan erobert sowie die jahrelange Belagerung zweier Dörfer durch die Rebellen beendet.

Friedensprozess in Gefahr

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warf Russland vor, mit seinem Militäreinsatz den Friedensprozess zu gefährden. Die intensiven russischen Luftangriffe hätten "vor allem Oppositionsgruppen in Syrien zum Ziel", sagte er beim Treffen der EU-Verteidigungsminister in Amsterdam. Sie würden "die Bemühungen untergraben, eine politische Lösung in dem Konflikt zu finden".

Regierungssprecher Steffen Seibert teilte mit, die Bundesregierung betrachte die Ereignisse in der Region Aleppo "mit allergrößter Sorge". "Die Regierungen, die die Verantwortung für die Luftangriffe tragen, scheinen ein Scheitern der Bemühungen in Kauf zu nehmen."

Die Großstadt Aleppo ist seit Mitte 2012 geteilt: Der Westen wird von der Regierung gehalten, während die östlichen Viertel unter Kontrolle der Rebellen stehen. Der Verlust der Millionenstadt wäre die bisher schwerste Niederlage für die Aufständischen.

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Quelle: n-tv.de

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