Politik
(Foto: picture alliance / dpa)

Ausstieg aus Klima-Killer-Geschäft: Eon darf nur der Anfang sein

Ein Kommentar von Issio Ehrich

Für Eon ist das Geschäft mit fossilen Brennstoffen nicht mehr attraktiv. Auch, wenn jetzt viel über Arbeitsplätze gesprochen werden wird. Der Ausstieg des Unternehmens aus Kohle und Gas ist ein Triumph der deutschen Energie-Politik.

Der Energiekonzern Eon gibt sein Geschäft mit Atomkraftwerken und fossilen Brennstoffen ab. Mit umweltschädlichen Technologien lässt sich in Deutschland immer schwerer Geld verdienen. Das ist ein bedeutendes Signal. Ausruhen darauf darf sich die Politik allerdings nicht. Im Gegenteil: Sie muss den Druck auf die Energiekonzerne weiter erhöhen.

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Im peruanischen Lima beginnt heute der 20. UN-Klima-Gipfel. Die Unterhändler der Mitgliedstaaten bereiten einen neuen Klimavertrag vor, der im nächsten Jahr in Paris zur Unterzeichnung vorliegen soll. Zwar gibt es hoffnungsvolle Signale: Die USA und China, die größten CO2-Emmitenten der Welt, zeigen endlich größeres Engagement. Einen Klimavertrag, der die Unterzeichner zu harten CO2-Obergrenzen mit Sanktionsdruck zwingt, wird es dennoch kaum geben. Das Ziel, den menschgemachten Temperaturanstieg auf zwei Grad im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten zu begrenzen, lässt sich so nicht einlösen. Derzeit sieht es eher nach einem Vier-Grad-Anstieg bis zum Ende des Jahrhunderts aus. Das bedeutet, sogenannte Kipppunkte werden überschritten, der Klimawandel verselbstständigt sich, der Mensch verliert die Möglichkeit, noch Einfluss darauf zu nehmen.

Auf Eon müssen deshalb noch viele andere Energiekonzerne folgen - nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt.

Die Zeit für eine CO2-Steuer ist reif

Mit dem Emissionsrechtehandel hat die EU schon einen Versuch gemacht, den Ausstoß von CO2 zu einem Kostenfaktor zu machen. Nur sind viel zu viele Zertifikate auf dem Markt. Ein Anfang für eine sinnhafte Reform wäre es, die Menge der ausgegebenen Zertifikate direkt vom Zwei-Grad-Ziel abzuleiten.

Noch effektiver wäre der Umstieg auf eine weltweite CO2-Steuer. Wer grün konsumiert, spart. Wer mit Öl und Gas prasst, zahlt drauf. Der Preis steuert das Konsumverhalten. Für Unternehmen, die noch auf fossile Brennstoffe setzen, wird ihr Geschäft dann endgültig unrentabel.

Natürlich gibt es eine Kehrseite: An Energiekonzernen wie Eon, die sich darauf eingestellt haben, mit Klima-Killern Geld zu verdienen, hängen tausende Arbeitsplätze. Die Chefetage verkündete zwar: Die neue Strategie solle "kein Programm zum Abbau von Arbeitsplätzen" sein. Noch ist aber ungewiss, ob der Betrieb dieses Versprechen einlösen kann. Auch hier könnte Eon am Ende ein bedeutendes Signal senden: Der Konzern hat die Gelegenheit, einen Beweis anzutreten: Auch mit erneuerbaren Energien, dem neuen Kerngeschäft des Unternehmens, lässt sich im großen Stile Geld verdienen.

Quelle: n-tv.de

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