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Zehn Jahre alte Trucks mit explosiven Airbags an Bord: Das Takata-Problem bedroht Leib und Leben.
Zehn Jahre alte Trucks mit explosiven Airbags an Bord: Das Takata-Problem bedroht Leib und Leben.(Foto: REUTERS)

Takata-Bauteile im "Ranger": Airbag-Vorfall alarmiert Ford

Die Serie tödlicher Qualitätsmängel im US-Autobau ist noch nicht überstanden: Nach der Explosion eines Airbags in einem "Ranger" muss Hersteller Ford reagieren und seine ohnehin schon kostspielige Rückrufaktion ausweiten.

Nach einem weiteren tödlichen Zwischenfall mit einem Airbag des japanischen Zulieferers Takata in den USA muss der US-Autohersteller Ford die laufenden Rückrufaktionen ausdehnen. Betroffen seien Geländewagen des Typs "Ranger", die zwischen 2004 und 2006 gebaut wurden, teilte der US-Konzern mit. Beim Ranger handelt es sich um einen in den USA beliebten Pickup-Truck. Das Modell wird bei Ford nicht mehr gebaut.

Der erweiterte Rückruf kommt zur Unzeit: Die Qualitätsprobleme bei Takata lasten ohnehin bereits wie ein Damoklesschwert auf der Branche. Allein bei Ford sind wegen der defekten Airbags knapp 400.000 Wagen betroffen. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA schätzt, dass wegen des Problems insgesamt 24 Millionen Autos in den USA in die Werkstätten müssen.

Mehr als nur ein Abgas-Problem

Weltweit stehen nach derzeitigem Erkenntnisstand insgesamt zehn Todesfälle mit mangelhaften Bauteilen von Takata in Verbindung. Neun dieser tödlichen Vorkommnisse ereigneten sich in den USA. Zu dem jüngsten Fall kam es im Dezember im US-Bundesstaat South Carolina. Dabei kam der Fahrer eines Ford Rangers ums Leben. Den Ermittlungen der NHTSA-Experten zufolge sind vor allem Airbags in älteren Modellen betroffen.

Unter ungünstigen Umständen können sich die Takata-Airbags demnach von einer lebensrettenden Sicherheitseinrichtung in eine tödliche Splitterwaffe verwandeln: Wenn Feuchtigkeit in das Bauteil eindringt, kann der Druck in den Aufblasvorrichtungen der Airbags bei der Zündung mitunter viel zu stark ansteigen. Die Wucht der Explosion schleudert den Fahrzeuginsassen Splitterteilen in Gesichtshöhe entgegen, die zu schweren Verletzungen oder schlimmstenfalls zum Tod des Fahrers führen können.

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Quelle: n-tv.de

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