Montag, 26. Juli 2010
Bundesregierung will "abkassieren": Airbus-Chef kritisiert Flugsteuer
Eine Luftverkehrssteuer würde nicht nur den Standort Deutschland schwächen, sondern ist Gift für den Aufschwung. Zu diesem Urteil kommt Airbus-Chef Tom Enders und geht noch einen Schritt weiter: Die deutsche Regierung wolle mit der Flugsteuer "abkassieren".Airbus-Chef Tom Enders hat die von der Bundesregierung geplante Luftverkehrssteuer kritisiert. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung bezeichnete er sie als "Gift für den Aufschwung und die heimische Luftfahrtindustrie". Die Abgabe würde den Luftfahrtstandort Deutschland schwächen. Selbst in guten Zeiten mache die deutsche Luftfahrtindustrie kaum eine Milliarde Euro Gewinn. Nun wolle Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit der Flugsteuer diese Summe Geld pro Jahr "abkassieren".
Der Airbus-Chef befürchtet, dass viele Fluggesellschaften die Steuer nicht auf die Fluggäste abwälzen können und wegen der zusätzlichen Kosten den geplanten Kauf neuer, umweltverträglicherer Flugzeuge auf den Prüfstand stellen. Er hoffe sehr, dass die Regierung ihre Pläne noch einmal gründlich überdenke, sagte Enders der Zeitung.
Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres Sparpakets eine Luftverkehrssteuer beschlossen, bei der je nach Streckenlänge zwischen 13 und 26 Euro pro Passagier auf die Flüge aufgeschlagen werden, die von deutschen Flughäfen starten. Die Abgabe soll ab 2011 gelten und dem Staat rund eine Milliarde Euro bringen. Die Luftfahrtindustrie befürchtet, dass wegen der Steuer 2011 fünf Mio. mögliche Passagiere nicht fliegen oder auf grenznahe Flughäfen im Ausland abwandern.
AFP
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