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Die Aktie des BVB hat in den letzten drei Monaten kräftig zugelegt und dürfte an der Börse weitere Fans gefunden haben.
Die Aktie des BVB hat in den letzten drei Monaten kräftig zugelegt und dürfte an der Börse weitere Fans gefunden haben.(Foto: picture alliance / dpa)

Merchandising als Geldbringer: BVB macht wegen Götze weniger Gewinn

Der Transfer von Mario Götze lässt Borussia Dortmund auch finanziell schlecht aussehen: Brachte der Verkauf des Jungstars dem börsennotierten Bundesligisten im Vorjahr noch einen zweistelligen Gewinn, sieht es diesmal wesentlich dürftiger aus.

Geringere Erlöse aus Spielerverkäufen haben den Gewinn des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund (BVB) einbrechen lassen. Netto verdiente der börsennotierte Traditionsclub in der vergangenen Saison nur noch knapp 12 Millionen Euro, wie BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einen Tag nach dem Gewinn des Supercups bekannt gab.

Belastend wirkten besonders die niedrigeren Transfereinnahmen von lediglich 4,5 Millionen nach 51,6 Millionen Euro im Vorjahr. Dennoch sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende von zehn Cent je Aktie erhalten.

Im Geschäftsjahr 2012/13 konnte der Traditionskonzern noch mit Rekordwerten beim Umsatz und Gewinn glänzen und damit eine starke Saison krönen, bei der auch das Finale der Champions League erreicht wurde. Im nun abgelaufenen Jahr sanken die Erlöse allerdings auf 261 Millionen - von 305 Millionen Euro.

Hohe Sondereffekte in der Vorsaison

Den Rückgang relativierte Watzke: "Wir hatten im letzten Jahr außerordentliche Effekte wie den 37-Millionen-Transfer von Mario Götze zu Bayern München und die  Einnahmen aus dem Erreichen des Champions-League-Finales von rund 30 Millionen Euro." Bereinigt um die Transfererlöse steigerte der BVB seinen Umsatz um 2,8 Millionen Euro.

"Unser Ziel ist es, spätestens 2018, vielleicht schon 2017, einen Umsatz ohne Transfers von über 300 Millionen Euro zu erreichen. Und zwar nachhaltig", sagte Watzke. Der BVB-Boss legte Wert darauf, dass die Borussia aufgrund dieser Zahlen auch künftig "kräftig investieren" könne. Ein wichtiges Standbein ist die erneute Steigerung der Erlöse im Merchandising, die sich auf 35 Millionen Euro beliefen.

Anleger reagieren gelassen

Der BVB ist durch seine anhaltenden sportlichen Erfolge auch für strategische Partner immer interessanter geworden: Nach dem Einstieg von Hauptsponsor Evonik im vergangenen Juni gebe es weitere Interessenten, sagte Watzke. "Wir werden diese Gespräche jetzt vertiefen und zeitnah versuchen, zu Abschlüssen zu kommen." Dies werde bis zum 30. September angestrebt. Im Vorfeld war über ein Engagement von BVB-Ausrüster Puma spekuliert worden.

An der Börse reagieren Anleger auf die Quartalszahlen des Bundesligisten gelassen, die BVB-Aktie liegt knapp ein Prozent im Plus. Das Papier hat in den letzten drei Monaten kräftig zugelegt und dürfte an der Börse weitere Fans gefunden haben. Seit Jahresanfang ist die Aktie um rund ein Drittel geklettert.

Zuletzt hatte die Vertragsverlängerung von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke für einen Kurssprung gesorgt. Der Manager, der 2001 als Schatzmeister zur Borussia kam und 2005 das Amts des Geschäftsführers übernahm, hatte seinen Vertrag diese Woche vorzeitig um drei Jahre verlängert. Anleger können daher bis Ende 2019 auf Kontinuität in der Strategie der Schwarz-Gelben setzen.

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Quelle: n-tv.de

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