Wirtschaft
Herbert Diess (links) will die Kernmarke aus dem Tal führen. Sein Chef Matthias Müller stützt ihn.
Herbert Diess (links) will die Kernmarke aus dem Tal führen. Sein Chef Matthias Müller stützt ihn.(Foto: picture alliance / dpa)

Sparkurs wird verschärft: Baut VW Tausende Stellen ab?

Volkswagen hat große Sorgen mit seiner Kernmarke. Der dafür verantwortliche Herbert Diess will die Effizienz deutlich steigern. Einem Bericht zufolge ist ein massiver Arbeitsplatzabbau im Gespräch. VW dementiert.

Bei Volkswagen sind nach einem Bericht des "Manager Magazins" im Zuge weiter verschärfter Sparbemühungen "weit mehr als 10.000" Arbeitsplätze in Gefahr. Der Chef der Kernmarke VW, Herbert Diess, fordere schon für das angefangene Jahr eine Effizienzsteigerung um zehn Prozent.

Es werde deshalb "keinesfalls ausreichen, die 7000 Leiharbeitskräfte nicht mehr zu beschäftigen", berichtete das Blatt unter Berufung auf unternehmensinterne Quellen weiter. Es gehe auch um fest beschäftigte VW-Mitarbeiter. Wie viele und welche Jobs tatsächlich gestrichen werden müssten, hänge nach dem Abgasskandal auch von der Reaktion der Kunden ab, heißt es weiter.

VW reagierte mit einem klaren Dementi auf den Bericht. "Wir weisen diese Meldung strikt zurück. Wir stehen fest zu unserer Stammbelegschaft", teilte der Autobauer mit.

Diess hatte allerdings schon im Oktober angekündigt, mit einem verschärften Sparprogramm auch die Fixkosten senken zu wollen. Ein konkretes Sparziel nannte er damals nicht. Mitte November hatte der Manager gesagt: "Ich sehe keine Bedrohung für die Stammbelegschaft." Er kündigte aber an, die Leiharbeit auf den Prüfstand zu stellen. Mitte Dezember hatte das in Sachsen erste Folgen: Die Verträge von 600 Leiharbeitern am Standort Zwickau sollen 2016 in zwei Stufen auslaufen. Alternativen für sie im Konzern sollen gesucht werden, etwa bei Audi oder Porsche.

Gewinnspanne der Kernmarke zu niedrig

Die Kernmarke des VW-Konzerns steht nicht erst seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen unter Druck: Im Jahr 2014 war Volkswagens operative Rendite im Massengeschäft von 2,9 auf 2,5 Prozent zum wiederholten Mal geschrumpft. Die Gewinnspanne lag damit weit niedriger als etwa die Marge von Volkswagens Premiummarke Audi und fiel auch im Branchenvergleich gering aus.

VW hatte sich schon unter dem früheren Konzernchef Martin Winterkorn vorgenommen, die Marge der Kernmarke bis zum Jahr 2018 auf 6 Prozent zu verbessern. Der neue Konzernchef Matthias Müller stütze Diess' verschärften Sparkurs auch vor diesem Hintergrund, berichtete nun das "Manager Magazin".

Quelle: n-tv.de

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