Dienstag, 09. Februar 2010
Streit um Nachahmer-Medikament: Bayer verliert in Indien
Bayer hat in Indien in einem für die gesamte Pharmaindustrie wichtigen Rechtsstreit um den Patentschutz von Medikamenten erneut eine Niederlage erlitten. Ein Gericht in Neu Delhi verwarf eine Berufungsklage von Bayer, mit der das Unternehmen die Zulassung einer billigeren Nachahmerversion seines patentgeschützten Krebsmittels Nexavar verhindern will. Bayer prüfe nun seine weiteren rechtlichen Möglichkeiten, sagte eine Unternehmenssprecherin. Falls Bayer Einspruch einlegt, würde das Verfahren in die nächste Instanz gehen.
Der indische Generika-Spezialist Cipla hat die Genehmigung einer einer billigeren Kopie von Nexavar beantragt, obwohl das Präparat in Indien noch Patentschutz bis 2020 besitzt. Dagegen hatte Bayer erfolglos geklagt und unterlag nun auch im Berufungsverfahren.
Das Verfahren wird in der Arzneimittelbranche aufmerksam beobachtet, die hier in Indien ein Einfallstor zur Aushöhlung von Patentrechten befürchtet. Aus Sicht von Nichtregierungs-Organisationen steht dagegen die Versorgung von Patienten in Schwellenländern mit erschwinglichen Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten auf dem Prüfstand.
Nexavar ist in Indien zur Behandlung von Nieren- und Leberkrebs zugelassen. Nexavar ist eines der wichtigen Medikamente des Konzerns. Mit dem Präparat erwirtschaftete Bayer 2008 einen weltweiten Umsatz von 462 Mio. Euro.
rts
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