Firmengründer wird vernommenBeluga hat Schlagseite
Die Bremer Reederei Beluga kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Für das Kerngeschäft wird Insolvenz beantragt. Das Überleben des gesamten Unternehmens ist fraglich. Unternehmensgründer Stolberg, der unter Betrugsverdacht steht, wird von der Staatsanwaltschaft vernommen.
Die angeschlagene Bremer Reederei Beluga hat für ihr Kerngeschäft Insolvenz beantragt. Der Antrag sei eingegangen, teilte das Amtsgericht Bremen mit. Der Schritt betreffe die Tochtergesellschaft Beluga Chartering, bestätigte die Muttergesellschaft. Der Insolvenzantrag sei "eine Folge der Aufdeckung von erheblichen Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität", erklärte ein Beluga-Sprecher.
Der US-Investor Oaktree, der nach eigenen Angaben knapp die Hälfte der Beluga-Anteile hält, hatte aus diesem Grund bereits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Firmengründer Niels Stolberg wurde dazu von der Bremer Staatsanwaltschaft vernommen.
Gegen ihn und weitere suspendierte Manager ermittelt die Justiz wegen des Verdachts des Betruges und der "unrichtigen Darstellung" nach dem Handelsgesetzbuch. Der Firmensprecher betonte, der Insolvenzantrag betreffe nicht die Muttergesellschaft Beluga Group oder andere wesentliche Tochtergesellschaften. Derzeit würden mit den wichtigsten Anteilseignern "weiterhin konstruktive Gespräche" geführt, um eine gemeinsame Lösung für Beluga zu erreichen. Angaben zur Zukunft des Unternehmens wollte der Firmensprecher nicht machen, dies sei Sache des noch zu benennenden Insolvenzverwalters.
Der Hamburger Fondsanbieter HCI hatte alle Charterverträge mit dem Schwergutspezialisten gekündigt und auf die mit ihm verbundene Hammonia-Reederei übertragen. Damit fehlen Beluga mindestens 20 seiner insgesamt 72 Schiffe. Das Überleben des Bremer Unternehmens steht Experten zufolge deshalb infrage.