Wirtschaft
VW-Fan im Touareg vor dem Panorama von Doha: Katar hält 17 Prozent der Stammaktien.
VW-Fan im Touareg vor dem Panorama von Doha: Katar hält 17 Prozent der Stammaktien.(Foto: picture alliance / dpa)

Skandal verärgert Geldgeber: Bericht: Katar will bei VW stärker mitreden

Die Aufarbeitung des Abgas-Skandals geht einflussreichen Aktionären offenbar nicht schnell genug voran: Ein bislang eher unauffälliger Ankerinvestor aus Katar wird angeblich unruhig. Langfristig könnten sich die Machtbalancen bei VW verschieben.

Der Volkswagen-Großaktionär Katar drängt offenbar auf mehr Mitsprache bei Europas größtem Automobilkonzern. Der mit 17 Prozent der Stammaktien an Volkswagen beteiligte Staatsfonds des Emirats verlange einen Sitz im Präsidium des Aufsichtsrats, berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld der Wolfsburger Konzernzentrale.

Eine Reaktion von offizieller Seite liegt nicht vor: Bei Volkswagen und dem Großinvestor aus Katar, der Qatar Investment Authority, wollte sich zunächst niemand dazu äußern.

Kein Stuhl mehr frei?

Mit schnellen Bewegungen ist offenbar ohnehin nicht zu rechnen: Im Präsidium des Aufsichtsrats, dem mächtigsten Ausschuss des Kontrollgremiums, sei aktuell kein Platz frei, schreibt das Magazin weiter. Und: Keiner der drei Vertreter der Kapitalseite dürfte seinen Sitz im Präsidium freiwillig für einen Aufsichtsrat aus Katar räumen.

Im Aufsichtsrat der Volkswagen AG hält das Emirat zwei der zehn Sitze auf der Seite der Investoren. Insgesamt besteht das Kontrollgremium aus 20 Aufsichtsräten. Die Vertreter aus Katar hätten sich in den Sitzungen lange eher unauffällig verhalten, heißt es. Seit jedoch der Skandal um manipulierte Abgasemissionen Volkswagen erschüttert, verlange Katar mehr Mitsprache, berichtet das Magazin unter Berufung auf Informationen aus dem Gremium.

Als Vertreter der Investoren sitzt neben den beiden Abgesandten des Staatsfonds aus Katar zum Beispiel auch die Chefin der schwedischen Großbank SEB. Die Arbeitnehmerseite wird vertreten durch Gewerkschafter wie Jörg Hofmann oder Betriebsräte wie Bernd Osterloh. Für das Land Niedersachsen sitzen Wirtschaftsminister Olaf Lies und Ministerpräsident Stephan Weil im VW-Aufsichtsrat.

Quelle: n-tv.de

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