Wirtschaft
Sieht aus wie eine Mischung aus Dreamliner, Airbus und Superjet: In der Computergrafik fliegt der CS100 bereits.
Sieht aus wie eine Mischung aus Dreamliner, Airbus und Superjet: In der Computergrafik fliegt der CS100 bereits.(Foto: dpa)

Konkurrenz für Airbus und Boeing: Bombardier greift im Jet-Markt an

Mit einer neuen Modellreihe dringt der kanadische Industriekonzern Bombardier in die Sphären der beiden Luftfahrtriesen aus Europa und den USA vor. Richtig gefährlich könnten die neuen Maschinen jedoch vor allem für den russischen Flugzeugbau werden. In Moskau zwingt eine Panne erneut einen Superjet 100 zu Boden.

Neutrale Werkslackierung: Am Beispiel einer CS100 erläutert diese Bombardier-Grafik die Vorteile.
Neutrale Werkslackierung: Am Beispiel einer CS100 erläutert diese Bombardier-Grafik die Vorteile.(Foto: cseries.com)

Die beiden großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing bekommen verstärkt Konkurrenz am Himmel. Der kanadische Hersteller Bombardier ist mit der Entwicklung seiner neuen "CSeries" fast fertig. Der Jet bietet je nach Ausführung genug Platz für bis zu 160 Passagiere. Damit stößt Bombardier in eine Liga vor, in der bislang Airbus und Boeing das Rennen unter sich ausmachen.

"Wir sind zufrieden mit den Fortschritten, die das CSeries-Programm macht", erklärte Bombardiers Luftfahrt-Chef Mike Arcamone. Bis Ende Juni soll erstmals eine der Maschinen zu einem Testflug abheben, mit der Auslieferung an Fluggesellschaften soll 2014 begonnen werden. Nach letzten Angaben sind 148 Maschinen fest bestellt, für weitere 234 gibt es Vorverträge.

"Die Flugzeuge der CSeries verändern den Markt", kündigte Arcamone an. Standardmäßig haben sie 100 bis 149 Sitzplätze, in einer Version mit engerer Bestuhlung und zusätzlich notwendigen Notausgängen über den Flügeln steigt die Kapazität auf 160 an. Damit schafft der für seine Regionaljets bekannte Hersteller Bombardier eine Alternative zu den Verkaufsschlagern Airbus A320 und Boeing 737.

Zweimal "PurePower" unterm Flügel

Die C-Serie sei derzeit die einzige komplett neu entworfene Modellreihe im modernen Flugzeugbau, die alle Anforderungen aus dem operativen Alltagsbetrieb erfüllen könne, heißt es bei Bombardier. Die Maschinen bieten demnach nicht nur die niedrigsten Betriebskosten ihrer Klasse, sondern auch mehr Treibstoffeffizienz sowie "außergewöhnliche Flexibilität im Einsatz, Großraumkomfort und eine unübertroffene Umweltverträglichkeit".

Angetrieben werden sollen die Maschinen von jeweils zwei "PurePower"-Triebwerken vom Typ PW1500G des Herstellers Pratt & Whitney. Ähnlich wie beim "Dreamliner" von Boeing setzt Bombardier bei der Konstruktion von Rumpf und Tragflächen auf neuartige Verbundwerkstoffe, die im Fall der CSeries eine Gewichtsersparnis von gut 900 Kilogramm bringen sollen.

Zugleich dürfte sich mit der Markteinführung der CSeries auch die Konkurrenz im Segment der Regionalflieger verschärfen. Hier hegte die junge zivile Zweig der russischen Luftfahrtindustrie mit dem Superjet 100 von Suchoi große Pläne. Allerdings kämpfen die Ingenieure hier mit einer hartnäckigen Pannenserie. Erst Mitte Februar hatten die russischen Luftfahrtbehörden ein Flugverbot für einzelne Maschinen des Typs Superjet wieder aufgehoben.

Superjet muss notlanden

Ein Vorfall am Himmel über Moskau löst im russischen Flugzeugbau nun jedoch neue Sorgen aus: Wegen Problemen mit dem Fahrwerk musste eine Maschine des Typs mit 84 Menschen an Bord kurz nach dem Start zum Moskauer Flughafen Scheremetjewo zurückkehren.

Alle Insassen blieben unverletzt, wie die Behörden der Agentur Interfax zufolge mitteilten. Branchenkenner reagierten alarmiert: Gerade wegen Fahrwerksproblemen hatte das Moskauer Luftfahrtamt erst kürzlich vier Maschinen vorübergehend aus dem Verkehr gezogen.

Der Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 entwickelt wurde und gilt als derzeit wichtigstes Prestigeobjekt der russischen Luftfahrt. Seit einem verhängnisvollen Absturz bei einem Vorführflug über Indonesien und der nachfolgenden Pannenserie muss der Hersteller Suchoi um das Image und die Absatzchancen der Maschine fürchten.

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Quelle: n-tv.de

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