Wirtschaft

Gründer setzt auf ModemarkeChefwechsel bei YouTube

30.10.2010, 12:49 Uhr

Googles Video-Plattform hat einen neuen Chef, der Gründer der weltweit populärsten Video-Website gibt den Posten ab. Dieser Schritt macht deutlich, dass Google nach und nach seine Kontrolle bei zugekauften Firmen ausweitet.

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Chad Hurley. (Foto: REUTERS)

Der Gründer von YouTube, Chad Hurley, gibt die Führung von Googles Videoplattform ab. Er werde dem Unternehmen aber weiter als Berater zur Seite stehen, kündigte Hurley an.

Hurley war YouTube-Chef geblieben, nachdem Google die Video-Website 2006 für den aufsehenerregenden Preis von 1,65 Mrd. Dollar in Aktien gekauft hatte. Bereits in den vergangenen zwei Jahren habe er mehr als Berater agiert, während Google-Manager Salar Kamangar für das Tagesgeschäft zuständig gewesen sei, zitierte die "Financial Times" Hurley. Der 33-Jährige hatte in den vergangenen Jahren unter anderem eine Modemarke mitgegründet.

Zugleich wurde bekannt, dass zwei weitere prominente Mitarbeiter Google verlassen: Der Gründer der Mobilfunk-Werbefirma AdMob, Omar Hamoui, und der Entwickler Lars Rasmussen, einer der Väter des Kartendienstes Google Maps.

Werbe-Manager Hamoui begründete seinen Ausstieg bei Google mit persönlichen Gründen. Google hatte AdMob - den Marktführer bei Werbung auf mobilen Geräten wie Smartphones - im vergangenen Jahr für 750 Mio. Dollar gekauft. Die im November 2009 angekündigte Übernahme wurde ein halbes Jahr lang durch Überprüfungen der Wettbewerbshüter aufgehalten. Internet-Werbung ist die zentrale Einnahmequelle von Google und der Konzern will seine starke Marktposition auch auf die Mobilfunkwelt ausweiten. Sein Smartphone-Betriebssystem Android gewinnt schnell Marktanteile.

Software-Entwickler Rasmussen kündigte das Ausscheiden bei Google auf seiner Facebook-Seite an. Er schrieb nicht, wer sein nächster Arbeitgeber sein werde. Das Technologieblog "TechCrunch" berichtete, Rasmussen wechsele zum Online-Netzwerk Facebook. Bei Google hatte er nach der Arbeit an Google Maps den Kommunikationsdienst Wave mitentwickelt, eine Art Kombination aus E-Mail und Kurznachrichten. Das Konzept wurde mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht, erwies sich für die meisten Nutzer jedoch als zu kompliziert, so dass Google die Weiterentwicklung einstellte.

Quelle: dpa