Mittwoch, 07. Juli 2010
Umsätze springen an: Chemiebranche optimistisch
Nach einem starken Produktions- und Umsatzwachstum im ersten Halbjahr gibt sich die deutsche Chemiebranche auch für die kommenden Monate optimistisch – auch wenn die Jahresprognose erstmal nicht angefasst wird.Die deutsche Chemieindustrie ist zufrieden mit dem ersten Halbjahr. "Wir haben gegenüber dem Tiefpunkt der Rezession weiter Boden gutgemacht und sind zuversichtlich, dass es auch in den kommenden Monaten bergauf geht", erklärte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Ulrich Lehner.
Deutschlands viertgrößter Industriezweig setzte im ersten Halbjahr 77,7 Mrd. Euro um und damit 16 Prozent mehr als vor einem Jahr, als die Rezession die Branche noch fest im Griff hatte. Die Chemieproduktion nahm um 13 Prozent zu, und die Unternehmen konnten die Preise um 1,5 Prozent anheben.
Produzieren wie vor der Krise
Nach dem Krisenjahr 2009 seien inzwischen fast alle Produktionsanlagen wieder in Betrieb, erklärte der VCI. Auch die Kapazitätsauslastung liege mit knapp 83 Prozent fast wieder auf normalem Niveau. In der Chemieindustrie gelten Auslastungsgrade von 84 bis 86 Prozent als normal. "Die Stimmung ist dementsprechend optimistisch", erklärte Lehner. Auch niedrige Zinsen und Sparanstrengungen hätten dazu beigetragen, dass die Chemieunternehmen wieder ansprechende Gewinne machen.
Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der VCI jedoch wie bisher mit einem Anstieg des Branchenumsatzes um zehn Prozent, wobei die Produktion um 8,5 Prozent ausgeweitet werden soll. Die Erzeugerpreise sollen in diesem Jahr um 1,5 Prozent zunehmen.
Die viertgrößte deutsche Industriebranche beschäftigte im Schnitt der ersten sechs Monate 414 000 Menschen. Das waren 1,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Beschäftigungsabbau habe sich aber verlangsamt.
rts
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