Wirtschaft
Der Kurs des Yuan wird flexibler - ein kleines Bisschen.
Der Kurs des Yuan wird flexibler - ein kleines Bisschen.(Foto: dpa)

Extremer Exporteinbruch: China lässt Währung abstürzen

Von den Marksätzen abgewichen sei der Yuan, sagt die chinesische Zentralbank. Also schickt sie die Währung abwärts. Einen Verantwortlichen für die allgemeine Börsentalfahrt hat die Kommunistische Partei bereits ausgemacht.

Chinas Zentralbank hat die Währung des Landes mit einem Rekordeingriff auf Talfahrt geschickt. Der Mittelkurs des Yuan im Verhältnis zum US-Dollar wurde um 1,9 Prozent herabgesetzt - so stark wie noch nie an einem einzelnen Handelstag zuvor. Ein Dollar kostete damit 6,11 Yuan, die chinesische Währung sank damit auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist er an den Kurs des Dollar gebunden: Die chinesische Zentralbank legt täglich einen so genannten Referenzkurs fest. Ausgehend von diesem Fixpunkt lässt die Zentralbank Handelsschwankungen von zwei Prozent nach oben und unten zu.

Yuan oder Renminbi?

Renminbi ist der offizielle Name der chinesischen Währung. Es ist das chinesische Wort für "Volksgeld" und betrifft die Währung als Ganzes. Das Wort "Yuan" ist offiziell nur der Begriff für die Maßeinheit des Geldes - wie Euro oder Cent. In Yuan werden Preise gemessen, das Wort Yuan steht auch auf Geldscheinen. Der Einfachheit halber hat es sich aber in anderen Ländern eingebürgert, immer von "Yuan" zu sprechen.

Nach dem Schritt sprach die Notenbank in einer Mitteilung von einer "einmaligen Anpassung". Künftig solle sich der Mittelwert demnach am Marktgeschehen und an den Schlusskursen des Vortages orientieren und nicht mehr nach eigenem Ermessen festgelegt werden. Die Bank teilte außerdem mit, den Yuan auf einem "angemessenen" Niveau stabil zu halten.

In einer Erklärung auf ihrer Website räumte die Zentralbank ein, dass der festgelegte Mittelwert bereits seit einer relativ langen Zeit etwas von den Marktsätzen abgewichen sei. Daher sei nun der Zeitpunkt gekommen, das Fixing stärker an der Marktentwicklung auszurichten.

Die Abwertung der Währung kommt zu einer Zeit, in der Chinas Exporte unter einer extremen Schwäche leiden. Im Juli waren die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,3 Prozent eingebrochen. Entwickelt sich der Außenhandel weiterhin so schlecht, könnte auch das von der Regierung für dieses Jahr festgelegte Wachstumsziel der Wirtschaft von sieben Prozent in Gefahr geraten.

Personalwechsel an der Börse

Der Chef der chinesischen Börsenaufsicht könnte indes nach den jüngsten Marktturbulenzen bald seinen Posten verlieren. Die regierende kommunistische Partei der Volksrepublik habe die Suche nach einem eventuellen Nachfolger für Xiao Gang bereits eingeleitet, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Der Manager steht wegen der Talfahrt an den Börsen in diesem Jahr unter Druck.

Xiaos Amtszeit läuft regulär noch bis Ende 2018. Die Partei habe sich bereits mindestens drei Kandidaten angeschaut, hieß es. Die Behörden in China hatten Anfang August zusätzliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Kurse ergriffen und strengere Regeln für Leerverkäufe eingeführt, um sich gegen den zuletzt fluchtartigen Rückzug heimischer Aktionäre zu stemmen.

Quelle: n-tv.de

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