Montag, 25. Januar 2010
Kriegsbeil begraben: Conergy mit MEMC einig
Der deutsche Solarkonzern Conergy und die US-Firma MEMC haben ihren Rechtsstreit um einen milliardenschweren Liefervertrag außergerichtlich beigelegt. Sie hätten sich auf eine Änderung des Vertrages geeinigt, teilten beide Unternehmen mit.
Laut Conergy werden durch die Neuregelung alle strittigen Wettbewerbsverbote aufgehoben. Zudem sei der Vertrag bei den Preisen und der Liefermenge angepasst worden. Der Preis für Silizium-Wafer orientiere sich künftig am Marktniveau und die Liefermengen am Bedarf des Conergy-Werks im brandenburgischen Frankfurt (Oder), sofern Conergy eine bestimmte Mindestmenge ihrer Fertigungskapazitäten abnehme. Der Bedarf an Silizium-Wafern werde künftig nur noch zur Hälfte über MEMC gedeckt. Für die restliche Laufzeit von rund neun Jahren sei ein Mindestbetrag von weniger als ein Viertel des aktuellen Vertragswertes vereinbart worden.
Nach Angaben des deutschen Solarkonzerns wird sich die Einigung positiv auf den Jahresabschluss 2009 auswirken, da im vergangenen Jahr Rückstellungen vorgenommen worden seien. Jetzt würden diese Forderungen gegen MEMC teilweise wieder aufgewertet, wodurch ein positiver Beitrag von 34 Millionen Euro entstehe.
Wettbewerbswidriger Vertrag
Conergy hatte vor zwei Jahren mit MEMC einen Zehnjahres-Vertrag geschlossen, mit dem sich die Deutschen zur Abnahme von Silizium-Wafern im Wert von sieben bis acht Milliarden Dollar verpflichteten. Diese benötigt Conergy für die Herstellung von Solarzellen. Damals war der Rohstoff weltweit knapp und entsprechend teuer.
Als Conergy wenig später in Schieflage geriet, vereinbarte der Konzern mit MEMC im Juli 2008 eine drastische Reduzierung der Rohstofflieferung auf maximal vier Milliarden Dollar. Infolge der Wirtschaftskrise und den Überkapazitäten in der Solarbranche rauschten die Preise zwar nach unten, weitere Nachverhandlungen mit MEMC scheiterten aber. Conergy sprach daraufhin von einem wettbewerbswidrigen Vertrag und reichte Klage ein.
wne/rts
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