Wirtschaft
Daimler setzt auf China: Motorenwerk und Einstieg bei BAIC
Daimler setzt auf China: Motorenwerk und Einstieg bei BAIC(Foto: REUTERS)

Erstes Motorenwerk, BAIC-Einstieg: Daimler fährt in China groß auf

Daimler fokussiert sich immer stärker auf den asiatischen Markt. Das erste Motorenwerk des Konzerns in China öffnet. Gleichzeitig winkt der Einstieg beim vor dem Börsengang stehenden Hersteller BAIC. Dessen Chef ist euphorisiert: "Wir werden niemals wieder getrennt voneinander leben können."

Bei seiner Aufholjagd in China kommt Daimler deutlich voran: Der deutsche Autokonzern steigt bei seinem chinesischen Partnerunternehmen BAIC Motor ein. Am Dienstag werde die Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit unterzeichnet und Daimler damit zum Anteilseigner, sagte BAIC-Chef Xu Heyi bei der Eröffnung eines neuen Mercedes-Motorenwerks in Peking. "Wir werden niemals wieder getrennt voneinander leben können."

Daimler wollte die unmittelbar bevorstehende Unterzeichnung des Einstiegs bei BAIC noch nicht bestätigen. Allerdings wird Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche am Dienstag in Peking erwartet. Es wäre das erste Mal, dass sich ein deutscher Hersteller in größerem Maße an einem nicht gelisteten, staatlichen chinesischen Autoproduzenten beteiligt, wie chinesische Experten erläuterten.

Entscheidender Schritt für die Zukunft

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Die Schwaben wollen sich für umgerechnet 650 Millionen Euro mit zwölf Prozent an dem zu Beijing Automotive gehörenden Unternehmen beteiligen, mit dem sie seit 2006 in einem Gemeinschaftsunternehmen Autos in Peking produziert. Derzeit steht noch die Genehmigung der chinesischen Behörden aus.

Der Einstieg ist ein entscheidender Schritt für die Schwaben in ihrer Aufholjagd in China, dem größten Markt für deutsche Oberklassehersteller. Mercedes hat in den vergangenen Monaten wieder spürbar an Boden gewonnen. Die Dynamik habe sich verändert, sagte China-Chef Hubertus Troska. "Ich kann den frischen Schwung sehen." Mercedes wachse in diesem Jahr mit acht bis neun Prozent. Im dritten Quartal machte der Absatz sogar einen Sprung um 38 Prozent.

Motorenwerk eröffnet

Das bisherige Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und BAIC produzierte im vergangenen Jahr rund 100.000 Mercedes-Benz Pkw - die C-Klasse, GLK-Fahrzeuge und eine Langversion der E-Klasse. Die Produktionskapazitäten sollen bis 2015 auf mehr als 200.000 Einheiten ausgebaut werden. Als vierte Baureihe soll in Kürze der Geländewagen GLA hinzukommen. "Es gibt reichlich Platz zu wachsen", sagte Troska.

Unter dem Dach des Joint Venture eröffneten die Stuttgarter ihr erstes Pkw-Motorenwerk außerhalb Deutschlands. Investiert wurden in den Standort mit einer jährlichen Kapazität von 250.000 Vier- und Sechs-Zylinder-Motoren 400 Millionen Euro. "Das ist ein klares Zeichen des Vertrauens in unsere Zukunft auf diesem Markt", sagte Troska, der das China-Geschäft leitet. Der Posten war Ende vergangenen Jahres geschaffen worden, um das lahmende China-Geschäft von Mercedes anzukurbeln.

BAIC Motor soll bald an die Börse gebracht werden. Die staatlich kontrollierte BAIC Motor-Mutter Beijing Automotive will ihren Absatz bis 2015 auf 3,6 Millionen Pkw mehr als verdoppeln. Im laufenden Jahr sollen 2,1 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert werden. Deutlich größer als Beijing Automotive sind in China die Autobauer FAW und SAIC, die gemeinsam mit VW und GM produzieren.

An der Börse legten die Daimler-Titel rund 2 Prozent zu und kratzten an der 60-Euro-Marke. Damit zogen die Papiere stärker an als der Gesamtmarkt, allerdings feierte der Dax zum Wochenauftakt ein neues Allzeithoch.

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Quelle: n-tv.de

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