Wirtschaft
Daimler ist derzeit erfolgreich in China.
Daimler ist derzeit erfolgreich in China.(Foto: picture alliance / dpa)

"Chinas Automarkt wird wachsen": Daimler sorgt sich überhaupt nicht

Die chinesische Wirtschaft wächst so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Der deutsche Autobauer Daimler rechnet trotzdem mit einem guten nächsten Jahr in der Volksrepublik. Die Stuttgarter setzen auf ihre neue Modellpalette.

Trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums in China rechnet der Autobauer Daimler mit einem Aufschwung des Markts. "Der größte Automobilmarkt der Welt wird weiter deutlich wachsen", sagte China-Vorstand Hubertus Troska. In der südchinesischen Millionenmetropole Guangzhou beginnt am Wochenende eine Automesse.

Politische und wirtschaftliche Stabilität vorausgesetzt, werde sich der gesamte Automarkt des Landes nach der Schwächephase der vergangenen Monate wieder stabilisieren, so Troska. Dank Steuererleichterungen der Regierung waren die Autoverkäufe nach einem schwachen Sommer im Oktober laut des Branchenverbands PCA wieder deutlich um 11,3 Prozent angezogen.

Die Regierung in Peking hatte zum 1. Oktober die Kaufsteuer für Autos, die höchstens einen Motor mit 1,6 Liter Hubraum haben, auf fünf Prozent halbiert. Bis das Programm Ende 2016 ausläuft, werde der Gesamtmarkt laut Troska davon weiterhin profitieren.

Für das kommende Jahr rechnet der Daimler-Manager mit einem guten Ergebnis. "Ich bin weiterhin sehr positiv", sagte Troska. Die Marke Mercedes-Benz hatte in den ersten zehn Monaten dieses Jahres einen Rekordabsatz vorgelegt. 299.375 verkaufte Autos bedeuteten ein Wachstum von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Daimler klar vor BMW und Audi

Mit einem starken Ausbau des Händlernetzes und eine relativ neuen Modellpalette konnte Daimler sich deutlich von den Konkurrenten BMW und Audi absetzen, die nur im unteren einstelligen Bereich zulegten. Damit war China erstmals der größte Absatzmarkt des Konzerns und überholte die USA. Auf der Automesse Guangzhou wird Daimler neben dem neuen in Peking produzierten SUV "GLC" auch einen Smart mit vier Sitzen auf dem chinesischen Markt einführen.

Zudem will das Dax-Unternehmen einen Fokus auf Fahrzeuge mit alternativen Elektroantrieben legen. So werden für China erstmals eine C- und eine S-Klasse mit sogenannten Plug-in Hybridantrieben präsentiert. Anders als bei herkömmlichen Hybrid-Fahrzeugen können die Elektromotoren dieser Modelle nicht nur während der Fahrt, sondern auch über eine Steckdose geladen werden und erreichen so eine deutlich höhere Reichweite.

China gilt schon länger als großer Hoffnungsträger für Hersteller von Autos mit umweltfreundlichen Elektromotoren. Die Menschen in den Großstädten des Landes werden von Smog geplackt, weshalb die Regierung die Anschaffung von Elektroautos subventioniert. Laut Regierungsangaben wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres rund 170.000 Fahrzeuge mit E-Antrieben verkauft, wobei die Verkaufszahlen im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 310 Prozent nach oben schnellten. Gemessen am Gesamtmarkt ist der Anteil der Elektroautos trotzdem noch verschwindend klein.

Insgesamt wurden in China dieses Jahr bisher 19,28 Millionen Autos verkauft. Nach Schätzungen der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) werden die Verkäufe umweltfreundlicher Fahrzeuge in China bis 2020 auf 1,4 Millionen Stück in die Höhe schießen. Die Regierung in Peking hat sich zum Ziel gesetzt, bis dahin mindestens fünf Millionen E-Autos auf der Straße zu kriegen.

Quelle: n-tv.de

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