Wirtschaft

Strom aus der Wüste: Desertec blickt nach Tunesien

Europa will durch den Aufbau großflächiger Solaranlagen in der nordafrikanischen Wüste künftig bis zu 15 Prozent des eigenen Strombedarfs decken. Dabei spielt Tunesien eine wichtige Rolle.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Wüstenstrominitiative Desertec verstärkt ihre Aktivitäten in Tunesien. Sie habe eine Machbarkeitsstudie für den Bau von Sonnenkraftwerken in den Wüsten des nordafrikanischen Landes gestartet, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das aus 17 Industrieunternehmen bestehende Konsortium. Desertec-Chef Paul van Son habe mit der tunesischen Übergangsregierung weitere Schritte zur Realisierung der Wüstenstrompläne vereinbart.

Im Mittelpunkt der Gespräche habe die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort und von wirtschaftlichen Perspektiven für die jungen Tunesier gestanden. Nach dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali gilt die Aufnahme der Desertec-Aktivitäten als wichtiges Signal der nordafrikanischen Region zum Festhalten am Wüstenstromprojekt. Nach Marokko, das unmittelbar vor dem Bau erster Anlagen steht, könnte Tunesien damit das zweite Land werden, das den Bau solarthermischer Kraftwerke vorantreibt.

Die Erneuerbare-Energien-Tochter des staatlichen tunesischen Energiekonzerns STEG und die Desertec loteten dazu nun laut "SZ" gemeinsam mögliche Standorte für große Solar-und Windenergie-Projekte in Tunesien aus. Untersucht würden dabei die technischen und regulatorischen Voraussetzungen für die Einspeisung der Energie in lokale Netze und den Export des Stroms in Nachbarländer sowie nach Europa. Auch die Finanzierung eines möglichen Referenzprojekts in Tunesien sei besprochen worden.

Europa will durch den Aufbau großflächiger Solaranlagen in der nordafrikanischen Wüste künftig bis zu 15 Prozent des eigenen Strombedarfs decken. An der Desertec-Planungsgesellschaft Dii sind mittlerweile fast zwei Dutzend Partner beteiligt. Gründungsmitglieder sind unter anderem die Deutsche Bank, die Münchner Rück, Eon und RWE sowie Siemens.

Quelle: n-tv.de

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