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Ein Hoch auf die privaten Kunden: Deutsche Bank verdient prächtig

Deutschlands größtes Geldinstitut kann sich nach dem ersten Quartal über kräftige Zuwächse im Privatkundengeschäft freuen. Der Gewinn vor Steuern steigt deutlich. Netto erreicht die Bank sogar das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Der deutsche Branchenprimus übertrifft alle Erwartungen.

Die 10-Milliarden-Schwelle im Blick: Josef Ackerman (Archivbild).
Die 10-Milliarden-Schwelle im Blick: Josef Ackerman (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Die Deutsche Bank bleibt dank glänzender Geschäfte zum Jahresauftakt für 2011 klar auf Rekordkurs. Im ersten Quartal verdiente die Bank deutlich mehr als erwartet. Bezahlt macht sich die Übernahme der Postbank: Dank kräftiger Zuwächse im Privatkundengeschäft verbuchte der Frankfurter Dax-Konzern im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von drei Milliarden Euro - acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 2,7 Mrd. Euro gerechnet. Vor einem Jahr hatte die Deutsche Bank einen Vorsteuergewinn von 2,8 Mrd. Euro für das Auftaktquartal ausgewiesen.

Unter dem Strich blieben der Bank 2,1 Mrd. Euro. Das war dank einer geringeren Steuerquote 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Haus erzielte damit das zweitbeste Ergebnis in der Konzerngeschichte - nur einmal verdiente die Bank etwas mehr. Damit übertraf der Branchenprimus alle Erwartungen und stellte auch die Ergebnisse von großen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank netto 1,8 Mrd. Euro verdient.

Ackermann auf bestem Wege

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Die Deutsche Bank sieht sich damit eigenen Angaben zufolge auf bestem Wege, ihre für dieses Jahr gesteckten Rekordziele zu erreichen. Vorstandschef peilt 2011 einen Vorsteuergewinn der operativen Geschäftsbereiche von 10 Mrd. Euro an. Analysten hielten das zuletzt für sehr ehrgeizig und blieben mit ihren Schätzungen darunter.

Die Vorlage des Quartalsbericht nahm Ackermann zum Anlass, seine Ziel zu bekräftigen. Im Privatkundengeschäft stieg der Vorsteuergewinn im ersten Quartal auf 978 Mio. Euro. Das lag vor allem an der Ende 2010 übernommenen Postbank sowie an einem Sondereffekt. Aber auch das übrige Geschäft der Deutschen Bank verbuchte Zuwächse. "Die Deutsche Bank ist sehr gut ins Jahr gestartet", sagte Ackermann.

Starker Beitrag der Postbank

Im Privatkundengeschäft stieg der Vorsteuergewinn um 431 Prozent auf 978 Mio. Euro. Das lag vor allem an der Ende 2010 übernommenen Postbank sowie an einem Sondereffekt aus einer Bewertungsumstellung der knapp 20-prozentigen Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank. Aber auch das herkömmliche Geschäft der Deutschen Bank verbuchte Zuwächse.

Der Ausbau des Privatkundengeschäfts ist eines der wichtigsten Vorhaben Ackermanns zum Ende seiner Karriere bei der Deutschen Bank. Der 63 Jahre alte Manager will vor seinem - spätestens Anfang 2013 anstehenden - Abschied als Vorstandschef das lange Zeit von Kritikern als "großes Kasino" gegeißelte Institut unabhängiger vom Investmentbanking machen. Dafür griff er 2010 tief in die Kasse und ließ sich die Postbank-Übernahme mehrere Milliarden Euro kosten.

Hohe Kosten für Verwaltung und Personal

Bis Ende März zahlte sich der Schritt aus: Mit 221 Mio. Euro steuerte das Bonner Institut schon fast ein Viertel zum gesamten Vorsteuergewinn der Sparte bei. Allerdings ließ die Übernahme auch die Verwaltungskosten um 19 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro steigen. Diese Belastungen will die Deutsche Bank künftig senken. Wie das geschehen soll, ist noch unklar. Zum erwarteten Stellenabbau hält sich die neue Postbank-Mutter bislang bedeckt. Derzeit beschäftigt der Deutsche-Bank-Konzern fast 102.000 Vollzeitkräfte, davon in Deutschland gut 49.000.

Im Investmentbanking - wozu der Handel mit Devisen, Rohstoffen und Aktien zählt - ging der Vorsteuergewinn im ersten Quartal zum außergewöhnlich starken Vorjahreszeitraum um gut drei Prozent auf 2,6 Mrd. Euro zurück. Damit behauptete sich die Deutsche Bank besser als US-Großbanken, die zum Teil kräftige Gewinneinbußen in der Sparte hinnehmen mussten. Vor einem Jahr herrschte noch eine Sonderkonjunktur: Nachdem sich die Märkte von der Finanzkrise erholt hatten, warf das Investmentbanking weltweit riesige Gewinne ab.

Für die schärferen Eigenkapitalanforderungen ("Basel III") sieht sich die Deutsche Bank gut gerüstet: Die Quote des harten Kernkapitals (Core Tier 1) stieg bis Ende März im Vergleich zum Wert Ende des Jahres 2010 um fast einen Prozentpunkt auf 9,6 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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