Wirtschaft

Brandbrief an Weber: Deutsche Gelddrucker sauer

Axel Weber sieht sich heftigen Protesten ausgesetzt.
Axel Weber sieht sich heftigen Protesten ausgesetzt.(Foto: REUTERS)

Der Streit um Druckaufträge für Euro-Banknoten zwischen der Bundesbank und den Beschäftigten der deutschen Notendruckereien eskaliert. Die Betriebsräte der staatlichen Bundesdruckerei und des Münchener Traditionsunternehmens Giesecke & Devrient (G&D) protestierten in offenen Briefen an Bundesbankchef Axel Weber gegen die Vergabe der Druckorders ins Ausland.

Die Zentralbank will erstmals den Druck der Banknoten im Ausland bestellen. Von drei Auftragstranchen hat lediglich G&D eine in Aussicht, die Bundesdruckerei soll leer ausgehen. Ein Orderlos soll die französische Oberthur, das dritte die niederländische Royal Joh. Enschede erhalten. Ursprünglich sollte die endgültige Entscheidung Anfang des Monats fallen, wurde aber auf Ende August verschoben.

Die Arbeitnehmervertreter protestieren dagegen, dass die Bundesbank die Aufträge europaweit ausgeschrieben hat, was aus ihrer Sicht unnötig ist. Eine Sprecherin der Zentralbank verwies allerdings erneut auf europäisches Recht, das zur öffentlichen Vergabe zwinge. Lediglich Notenbanken mit eigenen Druckereien wie in Italien oder Frankreich müssten ihre Aufträge nicht europaweit feilbieten.

Hunderte Stellen in Gefahr

Die Gewerkschaft Verdi warnte dagegen bereits im Juli, die Entscheidung der Bundesbank gefährde bis zu 400 Stellen in Deutschland. "Hunderte von Arbeitsplätzen, Erfahrungen und Fähigkeiten im Banknotendruck aus über 130 Jahren werden fahrlässig für immer in Deutschland vernichtet", heißt es in dem Schreiben der Bundesdruckerei-Beschäftigten.

Die G&D-Belegschaft erklärte, durch den von der Zentralbank befeuerten - ihrer Meinung nach unfairen - Wettbewerb, sei mittelfristig der Druckstandort München und somit 200 Jobs gefährdet.

Quelle: n-tv.de

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