Sonntag, 02. Mai 2010
Beteiligung an Griechenland-Hilfe: Deutsche Konzerne machen mit
Mehrere Konzerne wie die Deutsche Bank oder die Allianz wollen sich Medienberichte zufolge am Hilfspaket der Bundesregierung für Griechenland beteiligen. Andere Unternehmen wie etwa ThyssenKrupp wollen dagegen Geld aus griechischen Engagements wiederhaben.Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf Wunsch von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Initiative für Hilfszusagen aus der deutschen Wirtschaft gestartet. Ackermann habe auch bei Daimler und beim Siemens-Konzern um Hilfsbeiträge gebeten, gesichert seien bislang aber nur die Zusagen von Allianz und Münchener Rück, hieß es.
Im Gespräch ist den Angaben zufolge, dass die Deutsche Bank einen 500-Mio-Euro-Kredit zu denselben Konditionen wie die Bundesregierung bereitstellen könnte, die Allianz einen Kredit über 300 Mio. Euro und die Münchener Rück 200 Mio. Euro. Darüber hinaus sei auch der Ankauf griechischer Staatsanleihen im Gespräch. Die Verhandlungen sollen am Sonntag fortgesetzt werden.
Griechisches Geld zurück
Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, haben derweil deutsche Firmen mit ausstehenden Forderungen an Griechenland Gelder aus der geplanten Milliardenhilfe für das verschuldete Land für sich selbst beansprucht. Der Stahlkonzern ThyssenKrupp und der Rüstungshersteller Krauss-Maffei-Wegmann wollten erreichen, dass Forderungen der hiesigen Wirtschaft an die Regierung in Athen aus den Hilfsgeldern beglichen würden, berichtete die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Berufung auf "Unternehmens- und Politikkreise". Die Bundesregierung lehne die Forderung ab. Bei den Unternehmen war kein Kommentar zu erhalten.
Die griechische Regierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen die Krise beschlossen, bis zum Jahr 2013 sollen im Haushalt 30 Mrd. Euro eingespart werden. Die Euro-Finanzminister müssen nun über Kredite für das vom Staatsbankrott bedrohte Land in Höhe von 120 Mrd. Euro für drei Jahre abstimmen. Allein in diesem Jahr rechnen die Euro-Staaten mit 30 Mrd. Euro, davon 8,4 Mrd. aus Deutschland. Zusätzlich bekommt Griechenland 15 Mrd. Euro vom Internationalen Währungsfonds.
sla/rts
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