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Wirtschaft

Freitag, 30. Juli 2010

Umsatzminus im Einzelhandel: Deutsche kaufen weniger

Die bislang vorliegenden Unternehmensberichte zum abgelaufenen Quartal zeichnen ein fröhliches Panorama in den satten Farben von Erholung und Aufschwung. Doch auf der Konjunkturseite der Palette mischen sich dunklere Töne ins Bild.
Beste Lage in der Hamburger Innenstadt: Im Einzelhandel haben sich die Kunden längst an die Sprache der Vermarkter gewöhnt: Mit Rabatten bis zu 70 Prozent lädt der Einzelhandel von dieser Woche wieder zum Sommerschlussverkauf.

Beste Lage in der Hamburger Innenstadt: Im Einzelhandel haben sich die Kunden längst an die Sprache der Vermarkter gewöhnt: Mit Rabatten bis zu 70 Prozent lädt der Einzelhandel von dieser Woche wieder zum Sommerschlussverkauf.
(Foto: picture alliance / dpa)

Fußball-Weltmeisterschaft und Hitzewelle haben den deutschen Einzelhändler im Juni kein Umsatzplus beschert. Sie nahmen 1,1 Prozent weniger ein als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der um Preisschwankungen bereinigte reale Umsatz fiel um 0,9 Prozent. Im Vorfeld befragte Analysten hatten hier lediglich mit einem saison- und kalenderbereinigten Minus von 0,2 Prozent gerechnet. Allerdings wiesen Beobachter daraufhin, dass die vorläufigen Zahlen mit Vorsicht zu genießen seien: So wurde für Mai zunächst ein reales Plus von 0,4 Prozent ermittelt, das nachträglich auf 3,0 nach oben korrigiert wurde.

Im Vergleich zum Juni 2009 hatten die Händler 3,8 Prozent (real 3,1 Prozent) mehr in den Kassen. Allerdings zählte der 2010er Juni auch einen Verkaufstag mehr. Zudem waren die Umsätze vor einem Jahr deutlich gefallen.

Zeit für neue Schuhe

Besonders gut lief der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren. Damit wurden 9,6 Prozent mehr umgesetzt als ein Jahr zuvor. Dabei dürfte das hochsommerliche Wetter geholfen haben. Der Umsatz mit Büchern und Schmuck zog um 6,0 Prozent an. Mit Möbeln, Haushaltsgeräten und Baubedarf wurden 5,7 Prozent mehr eingenommen.

Von Januar bis Juni setzte der Einzelhandel 0,5 Prozent mehr um. Das Krisenjahr 2009 hatten die Einzelhändler mit dem stärksten Umsatzrückgang seit der Wiedervereinigung abgeschlossen: Die Einnahmen sanken um 3,1 Prozent. Für dieses Jahr rechnet der Einzelhandelsverband HDE mit stagnierenden Umsätzen.

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