Wirtschaft

Neue Töne aus dem PentagonEADS darf noch hoffen

12.03.2010, 21:00 Uhr

Der Tankerauftrag des US-Verteidigungsministeriums ist für EADS und Northrop Grumman noch nicht ganz verloren. Die Amerikaner überlegen, ob sie die Frist zur Einreichung der Angebote verlängern. Zuvor haben deutsche und französische Politiker den USA Protektionismus vorgeworfen.

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Der Drops ist noch nicht ganz gelutscht. (Foto: dpa)

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS bekommt möglicherweise doch noch eine Chance, bei dem Milliardenauftrag für US-Tankflugzeuge mitzubieten. Die USA erwägen nach Angaben aus Pentagon-Kreisen die Frist zur Einreichung der Angebote zu verlängern. Damit solle EADS die Möglichkeit gegeben werden, sich zu überlegen, ob der Konzern nicht doch an der Ausschreibung teilnehmen wolle, hieß es.

Anfang der Woche hatten sich EADS und sein US-Partner Northrop Grumman als Team von der Ausschreibung zurückgezogen. EADS hat Kreisen zufolge wohl erwägt, alleine zu bieten oder sich einen neuen Partner zu suchen, dies aus Zeitmangel aber verworfen. Ursprünglich sollten bis Mitte Mai die Angebote vorliegen und der Auftrag im September zugeteilt werden.

Nach dem Rückzug von Northrop und EADS ist der US-Konkurrent Boeing der einzige Bieter. Dies stieß in Europa auf heftige Kritik. Sowohl deutsche als auch französische Politiker warfen den USA Protektionismus vor. "Wenn die USA im Kampf gegen den Protektionismus eine Rolle spielen wollen, sollten sie kein Exempel statuieren", sagte Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Gordon Brown in London.

Treffen mit Obama

Brown pflichtete Sarkozy bei. Frankreich kündigte bereits an, das Aus für EADS und Northrop nicht einfach hinnehmen zu wollen. Sarkozy reist Ende des Monats in die USA und trifft dort auch US-Präsident Barack Obama.

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Nicolas Sarkozy ist sauer auf die Amerikaner. (Foto: dpa)

Die jetzige Ausschreibung ist bereits der dritte Anlauf zur Vergabe des Auftrags für 179 Tankflugzeuge im Volumen von 35 Milliarden Dollar. Ursprünglich sollte Boeing die Maschinen bauen. Als mit der Auftragsvergabe jedoch einer der größten Beschaffungsskandale der USA aufflog, wurde die Entscheidung rückgängig gemacht.

Bei der zweiten Ausschreibung kamen im Februar 2008 Northrop und EADS zum Zug. Nach erfolgreichem Protest von Boeing schrieb das Pentagon den Auftrag aber erneut aus.

Quelle: wne/rts