Dienstag, 25. Mai 2010
Handlungsbedarf bei Aufsichtsräten: EU will Regeln verschärfen
Die EU-Kommission will die Regeln für die Unternehmensführung von Banken und Versicherern europaweit verschärfen. Handlungsbedarf sieht Binnenmarktkommissar Michel Barnier speziell bei Bankaufsichtsräten, berichtet die "Financial Times Deutschland". Da Aufsichtsräte im Schnitt nur 15 Tage im Jahr Vollzeit tätig gewesen seien, hätten sie häufig riskante Produkte nicht verstanden und seien somit blind in die Krise geschlittert, heißt es in einem vertraulichen Entwurf für ein Grünbuch, das Barnier Anfang Juni vorstellen will.
Künftig solle daher kein Aufseher mehr als drei Mandate bei Finanzkonzernen auf sich vereinen dürfen, schlägt die Brüsseler Behörde vor. "Die Krise hat gezeigt, welche Schwierigkeiten Aufsichtsräte haben, in der typischerweise verlangten Zeit alle Dimensionen der Risiken zu verstehen, die Finanzinstitute eingehen", heißt es in einem der Zeitung vorliegenden Begleitdokument zu dem Grünbuch. Im Visier hat Barnier vor allem börsennotierte Finanzkonzerne. Aber auch auf Landesbanken und die vielen hundert kleinen Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland könnten schärfere Anforderungen zukommen in der Frage, wie ihre Kontrolleure arbeiten.
DJ
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