Wirtschaft

Übernahme könnte sich verzögernEinspruch gegen Karstadt-Plan

26.09.2010, 10:39 Uhr

Bei der Übernahme der insolventen Kaufhauskette Karstadt durch den Investor Berggruen gibt es neue Probleme: Zwei Lieferanten legen Einspruch gegen den Rettungsplan ein. "Auch bei Gläubigern greift die Unsitte um sich, Geld zu erpressen", schimpft ein Sprecher des Insolvenzverwalters.

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(Foto: dpa)

Die Übernahme von Karstadt durch den Investor Nicolas Berggruen könnte sich verzögern. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, legten zwei Gläubiger beim Amtsgericht Essen Einspruch gegen den Insolvenzplan für Deutschlands größte Warenhauskette ein. Sollten die Einsprüche nicht geklärt werden, drohe eine Verzögerung der Geschäftsübergabe. Diese ist für den kommenden Freitag geplant.

Bei den beiden Gläubigern handelt es sich der Zeitung zufolge um zwei Lieferanten mit Forderungen von rund 70.000 Euro. Sie verlangen eine hundertprozentige Zahlung ihrer Forderungen und ein persönliches Gespräch mit Berggruen über dessen Sanierungskonzept, wie es weiter hieß. Laut Insolvenzplan stehen ihnen lediglich drei Prozent zu.

Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bestätigte der Zeitung die Einsprüche: "Auch bei Gläubigern greift die Unsitte um sich, Geld zu erpressen. Die Insolvenzverwaltung steht in intensiven Gesprächen", sagte er.

Anfang September hatte sich Berggruen nach zähem Ringen mit dem Vermieter der Kaufhäuser Highstreet und dessen Kapitalgebern auf Abstriche bei den Mieten geeinigt. Anschließend billigte das Amtsgericht Essen den Insolvenzplan. Görg will Karstadt bis zum 30. September schlüsselfertig übergeben. Damit soll eines der größten deutschen Insolvenzverfahren zu Ende gehen.

Für die Karstadt- Gläubiger bedeutet der Schlussstrich den endgültigen Verzicht auf Forderungen von fast zwei Mrd. Euro. 25.000 Beschäftigte können auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze hoffen. Karstadt war im Juni 2009 zusammen mit seinem Mutterkonzern Arcandor pleite gegangen.

Quelle: jga/dpa/rts/AFP