Süddeutschland soll weniger heizenErdgas wird im Süden knapp
Die anhaltend kalten Temperaturen führen im Süden des Landes offenbar zu einer deutlichen Verknappung bei Erdgas. Da derzeit weniger Gas aus Russland in Deutschland ankommt und die Speicher überwiegend im Norden des Landes liegen, soll der Süden Erdgas sparen. Einem Pressebericht zufolge soll es bereits Aufrufe an Industrie und Bürger geben, ihre Heizungen zu drosseln.
In Süddeutschland wird einem Pressebericht zufolge das Erdgas knapp. Vielerorts würden bereits Industriekunden aufgefordert, ihre Kessel abzustellen oder auf einen anderen Brennstoff umzustellen, berichtete die Tageszeitung "Die Welt". In einigen Gemeinden seien auch Bürger aufgefordert worden, ihre Heizungen zu drosseln.
Grund sei möglicherweise der wegen der Kältewelle erhöhte Bedarf an Gas in Russland. Am bayerischen Übergangspunkt Waidhaus kämen derzeit 25 bis 30 Prozent weniger Erdgas über Österreich an, sagte ein Sprecher des Pipeline-Betreibers Open Grid Europe der Zeitung.
Die deutschen Versorger versicherten jüngst aber, dass eine Versorgung gesichert sei. Das Problem: Die Nachfrage sei hoch, und die Erdgasspeicher befänden sich vor allem in Norddeutschland. Das Problem seien daher vor allem überlastete Pipeline-Kapazitäten zwischen Nord- und Süddeutschland.
Seit Anfang Februar gibt es immer wieder Meldungen über reduzierte Gaslieferungen aus Russland. Zeitweise sollen in Österreich 30 Prozent weniger Gas angekommen sein als sonst üblich. Russlands Gaskonzern Gazprom hatte auf den auch für russische Verhältnisse harten Winter und den "Eigenbedarf" verwiesen.