Wirtschaft
Infinus-Vorstandschef Sonntag zum "Handelsblatt":  "Wir besprechen uns momentan mit unseren Anwälten."
Infinus-Vorstandschef Sonntag zum "Handelsblatt": "Wir besprechen uns momentan mit unseren Anwälten."(Foto: picture alliance / dpa)

Weiterem Unternehmen droht Insolvenz: Erneut Razzia bei Infinus-Gruppe

Seit die Betrugsermittlungen gegen die Dresdner Finanzgruppe Infinus laufen, haben 17 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Nun ist eine weitere Firma ins Visier der Ermittler gerückt, die "blaue Infinus".

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat nach Medieninformationen eine weitere Firma der unter Betrugsverdacht stehenden Infinus-Finanzgruppe durchsucht. Die Razzia bei der Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut (FDI) in Freital bei Dresden habe bereits am Mittwoch stattgefunden, meldeten "Handelsblatt" und "Sächsische Zeitung". Weder die Staatsanwaltschaft Dresden noch die Firma war zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.

Seit November sitzen fünf Manager aus der Infinus-Gruppe in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen und fünf weiteren Verdächtigen vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben. Mindestens 25.000 Anleger mit einem Vermögen von insgesamt 400 Millionen Euro sollen betroffen sein. Nach der Beschlagnahme umfangreicher Vermögenswerte mussten bereits 17 Firmen aus der Gruppe Insolvenz anmelden.

Nächste Insolvenz droht

Dem Bericht zufolge handelt es sich bei dem jetzt durchsuchten Unternehmen um die sogenannte blaue Infinus, die bislang noch als zahlungsfähig gilt. Bei der Razzia seien Fahrzeuge und Geldmittel sichergestellt worden, Festnahmen soll es nicht gegeben haben. Wie der Vorstandschef der Firma, Sven Sonntag, dem "Handelsblatt" sagte, droht nun auch seinem Unternehmen die Insolvenz: "Wir besprechen uns momentan mit unseren Anwälten."

Mit ihrem Vorgehen habe die Staatsanwaltschaft "zusätzliche Vermögenswerte" gesichert, zitierte die "Sächsische Zeitung" den Sprecher der Ermittlungsbehörde: "Wir haben allerdings auch neue Hinweise auf Vermögensverschiebungen über Bankkonten ermittelt." Der Sprecher habe hierzu keine Summen genannt. Bislang hätten die Ermittler bei der Infinus-FDI sechs Millionen Euro beschlagnahmt. Die Firma sei zu Jahresbeginn von Dresden nach Freital gezogen.

Die Ermittler gehen laut "Handelsblatt" davon aus, dass die "blaue Infinus" 58 Millionen Euro an Provisionen kassiert hat, die aus kriminellen Geschäften anderer Unternehmen der Gruppe stammen. Das gehe aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft hervor, die dem Blatt vorlägen.

Der Anwalt der Infinus-FDI sagte der "Sächsischen Zeitung", er halte das Vorgehen der Staatsanwaltschaft für unrechtmäßig. Es gebe keine Hinweise auf eine Vermögensverschiebung. Wie schon im Fall des ersten Arrestbeschlusses werde er wieder Beschwerde einlegen.

Quelle: n-tv.de

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