Wirtschaft
Leichtes Minus für VW bei den ACEA-Neuzulassungen: Im Oktober waren es 'nur' 277.000 Fahrzeuge.
Leichtes Minus für VW bei den ACEA-Neuzulassungen: Im Oktober waren es 'nur' 277.000 Fahrzeuge.(Foto: picture alliance / dpa)

Bremsspuren in der Autoindustrie: Europas Autoabsatz schwächt sich ab

Der europäische Automarkt schaltet im Oktober einen Gang zurück. Ein genauer Blick auf die Zahlen offenbart beunruhigende Schwächen in einigen Märkten und bei einzelnen Herstellern. Das Wachstum verliert sichtlich an Tempo.

Die rasante Entwicklung im europäischen Autoabsatz schwächt sich im Oktober leicht ab. In der Europäischen Union seien mit gut 1,1 Millionen Autos 2,9 Prozent mehr neu zugelassen worden als ein Jahr zuvor, teilte der Branchenverband Acea mit.

Das war zwar der 26. Anstieg in Folge. Allerdings ging das Wachstumstempo deutlich zurück. Unterdurchschnittlich wuchsen im Oktober vor allem der deutsche Automarkt mit einem Plus von lediglich 1,1 Prozent sowie der französische Markt mit 1,0 Prozent.

Mehr Neuzulassungen im Süden

In Großbritannien fielen die Oktoberzahlen sogar um 1,1 Prozent schwächer aus als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dagegen legten die Verkäufe in Italien mit 8,6 Prozent und in Spanien mit 5,2 Prozent deutlich zu.

"Hauptgründe für den EU-weiten Wachstumsdämpfer waren Kalendereffekte sowie die relativ schwache Absatzentwicklung in den drei größten Automärkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien", heißt es in einem Analystenkommentar von Ernst & Young (EY). Bemerkenswert sei jedoch, dass die Neuzulassungen in Ländern wie Spanien, Italien oder Portugal - die von der Autokrise der Jahre 2012 und 2013 besonders stark getroffen waren - weiter kräftig zulegen konnten.

Die Neuzulassungen der deutschen Autohersteller stehen diesmal unter besonderer Beobachtung: Im Schatten des Abgas-Skandals um manipulierte Messwerte bei Europa größtem Autobauer Volkswagen schauen Analysten insbesondere bei VW und den verschiedenen VW-Markentöchtern genauer hin.

VW-Effekt schon erkennbar?

Allerdings gelten die Neuzulassungszahlen noch als wenig aussagekräftig: Aufgrund der langen Bestell- und Auslieferungszeiten wären etwaige Negativeffekte hier erst mit einiger Verzögerung zu erkennen. Die Ausmaße des Abgas-Skandals kamen erst Ende September ans Licht. Volkswagen verzeichnete in der ACEA-Statistik für Oktober einen leichten Rückgang um 0,5 Prozent auf knapp 277.000 Fahrzeuge.

Auffallend stark entwickeln sich unterdessen die übrigen deutschen Hersteller. Daimler und BMW zum Beispiel konnten ihre Verkäufe - gemessen an den Zulassungszahlen - im Oktober deutlich steigern. Daimler setzt 21 Prozent mehr Fahrzeuge ab, BMW legte um 13,4 Prozent zu.

In den kommenden Monaten müssen sich die Autohersteller ebenfalls auf niedrige Zuwachsraten einstellen, erklärte EY-Experte Peter Fuß. "In den großen Märkten ist inzwischen ein hohes Absatzniveau erreicht, von dem aus weiteres starkes Wachstum unwahrscheinlich erscheint, während die Aufholeffekte in den ehemaligen Krisenländern immer schwächer ausfallen".

Quelle: n-tv.de

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