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Mifa stellt zum Beispiel Räder für Einzelhandelsketten und die Deutsche Post her.
Mifa stellt zum Beispiel Räder für Einzelhandelsketten und die Deutsche Post her.(Foto: picture alliance / dpa)

600 Arbeitsplätze bleiben: Fahrradhersteller Mifa ist gerettet

Der traditionsreiche Fahrradhersteller Mifa bleibt vor der Pleite verschont. Eine Unternehmer-Familie kauft den Betrieb aus Sachsen-Anhalt. Nachdem bereits der Gläubigerausschuss zugestimmt hatte, ist die Rettung damit perfekt.

Der insolvente Fahrradhersteller Mifa ist gerettet. Käufer von Deutschlands größtem Fahrradbauer ist die Unternehmerfamilie von Nathusius, die vor allem in der deutschen Autobranche einen Namen hat. Die Familie übernimmt Mifa komplett - einschließlich aller 600 Mitarbeiter. Ein Kaufpreis für das Unternehmen, das in dem sachsen-anhaltisch Sangerhausen beheimatet ist, wurde nicht genannt.

"Mit der Familie von Nathusius haben wir für Mifa den idealen strategischen Partner gefunden", sagte Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther. Die Familie habe einen "langen Atem", der Mifa wieder eine langfristige Perspektive biete. "Zudem ergänzen sich beide von der Familie von Nathusius gehaltene Unternehmen in ihrer Ausrichtung auf Produkte für die Automobilindustrie und den Fahrrad- und E-Bike-Markt."

Von Nathusius ist Eigentümer der IFA Rotorion Holding GmbH, einem Hersteller von Längswellen und Gelenken. Das Unternehmen produziert mit 2.200 Mitarbeitern unter anderem in Haldensleben bei Magdeburg sowie in den USA. Im vergangenen Jahr erlöste IFA, nach eigenen Angaben das größte Unternehmen der Autobranche in Sachsen-Anhalt, Umsätze von über 400 Millionen Euro.

"Großes Vertrauen in die neuen Investoren"

Deutschland größter Fahrradhersteller Mifa war nach dem gescheiterten Einstieg des indischen Unternehmens Hero in die Insolvenz gerutscht. Die Inder, nach Umsatz die Nummer eins in der Branche, wollten ursprünglich mindestens 15 Millionen Euro investieren und die Mehrheit übernehmen.

Die Rettung von Mifa hatte sich schon angekündigt. Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hatte angekündigt, für einen Kredit über die landeseigene Investitionsbank zu bürgen, was den Verkauf des Unternehmens ermöglicht. Dabei gehe es um eine niedrige zweistellige Millionensumme.

Dass letztlich die Familie von Nathusius als Käufer von Mifa hervorgeht, kommt offenbar nicht ganz überraschend. In der Landesregierung genieße die Familie von Nathusius einen guten Ruf, hatte die Mitteldeutsche Zeitung geschrieben. Heinrich von Nathusius, Patriarch der Familie, gilt als ein Vorzeige-Unternehmer des Landes. Er habe IFA erfolgreich aufgebaut und den Posten des geschäftsführenden Gesellschafters mittlerweile an seinen Sohn Felix weitergegeben.

"Wir haben großes Vertrauen in die neuen Investoren", zeigte sich Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring erfreut. "Die Familie von Nathusius verfügt über herausragende unternehmerische Kompetenz und hat zudem viel eigenes Kapital in die Hand genommen, um der Mifa einen Neustart zu ermöglichen."

Quelle: n-tv.de

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