Wirtschaft

Dienstantritt in IndienForster ganz bescheiden

16.02.2010, 17:31 Uhr

Mit äußerster Vorsicht tritt Carl-Peter Forster seinen Job beim indischen Autobauer Tata an. Der ehemalige Chef von GM Europe fordert eine Schonfrist von 100 Tagen für sich ein.

1
Carl-Peter Forster freut sich auf die neue Aufgabe. (Foto: REUTERS)

Der neue Chef des indischen Autoherstellers Tata, Carl-Peter Forster, hat um Schonfrist gebeten. Einen Tag nach Amtsantritt sagte der ehemalige Opel-Aufsichtsratschef in Neu Delhi, "gebt mir hundert Tage und wir sehen uns wieder".

Der 55-Jährige zeigte sich "begeistert", für ein indisches Unternehmen "mit einer solch hohen Geschäftsmoral zu arbeiten - und das in einem so schnell wachsenden Markt". Forster soll nach Vorstellung von Konzernchef Ratan Tata vor allem die Expansion ins Ausland vorantreiben und aus Tata Motors ein "wahrhaft internationales Unternehmen" machen.

Forster hatte 24 Jahre lang für die Opel-Mutter General Motors (GM) und für BMW gearbeitet. Er sprach sich im vergangenen Jahr wiederholt für den Verkauf von Opel an den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna aus und räumte seinen Posten schnell, nachdem GM den Verkauf Opels abblies und die Sanierung in Eigenregie übernahm.

Tata Motors hat einen Jahresumsatz von rund 14 Milliarden US-Dollar. Der Autohersteller ist das Aushängeschild der Tata-Gruppe, zu der auch Tee- und Getränkehersteller gehören. Tata ist vor allem durch die Produktion des weltweit billigsten Autos bekannt geworden. Der derzeit nur für den indischen Markt hergestellte Nano kostet umgerechnet etwa 1500 Euro. Außerdem besitzt das Unternehmen die britischen Marken Jaguar und Land Rover.

Quelle: wne/AFP