Wirtschaft
Alexis Tsipras und seine Minister sorgen bei den Euro-Partnern für Kopfschütteln.
Alexis Tsipras und seine Minister sorgen bei den Euro-Partnern für Kopfschütteln.(Foto: dpa)

"Grexit wäre kein Drama": Frankreich hat genug von Tsipras

Mit seiner unnachgiebigen Haltung stößt Griechenlands Ministerpräsident Tsipras mit seiner harten Haltung im Reformstreit seine letzten Fürsprecher vor den Kopf. Nun geht auch Frankreich auf Distanz zu Athen.

Frankreich würde ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone in wirtschaftlicher Hinsicht für unproblematisch halten. "Es wäre kein Drama für uns, wenn Griechenland den Euro verließe", sagte Frankreichs Finanzminister Michel Sapin dem Radiosender RTL. "Aus finanzieller oder ökonomischer Sicht wäre das nicht schwerwiegend."

Allerdings wäre der sogenannte Grexit nach seinen Worten ein Schlag für das Projekt Europa. Dieses solle wachsen und nicht schrumpfen und Mitglieder willkommen heißen, statt welche zu verabschieden, sagte Sapin weiter.

Die Aussage des französischen Finanzministers ist ungewöhnlich scharf, denn gerade Frankreich hatte in der Vergangenheit mehr Verständnis für das schuldengeplagte Griechenland gezeigt als etwa Deutschland oder andere Länder der Eurozone. Erst am Wochenende stieß die griechische Regierung mit ihrer harten Haltung im Reformstreit ihren letzten Fürsprecher in der Währungsunion vor den Kopf.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lehnte ein Telefonat mit Ministerpräsident Alexis Tsipras ab. Der griechische Regierungschef habe nicht über die jüngsten Reformvorschläge verhandeln wollen, aber auch keine Alternative vorgelegt. Juncker sagte, er schließe ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro weiter aus. Jedoch laufe die Zeit für eine Rettung ab. In Berlin sprach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit seinem griechischen Kollegen Yanis Varoufakis.

"Griechenland und Tsipras im Schraubstock"

Derweil beschäftigt sich die griechische Presse mit den Missverständnissen zwischen Athen und seinen Gläubigern rund um die weiteren Sparmaßnahmen, die Athen treffen muss. Athen müsse bald ein "Glas mit bitterem Inhalt" trinken, ob es wolle oder nicht, schreibt die Traditionszeitung der politischen Mitte "Ta Nea". Brüssel übe starken Druck auf den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras aus, nachzugeben. Das Blatt sieht "Griechenland und Tsipras im Schraubstock". EU-Kommissionspräsident Juncker habe unmissverständlich gesagt, dass Tsipras die Regeln respektieren müsse.

Das Boulevardblatt "Ethnos" meint, Athen versuche nun, die Wogen zu glätten und arbeite fieberhaft daran die "Feindseligkeiten" zwischen Tsipras und Juncker zu beenden. Nächster wichtiger Moment sei das vorgesehene Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Präsidenten François Hollande und Tsipras am Mittwoch in Brüssel am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels.

Quelle: n-tv.de

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