Wirtschaft
Präsident Francois Hollande muss damit rechnen, dass die Schulden im kommenden Jahr noch weiter wachsen.
Präsident Francois Hollande muss damit rechnen, dass die Schulden im kommenden Jahr noch weiter wachsen.(Foto: REUTERS)

Neuer Schuldenrekord bald erreicht: Frankreich pumpt sich noch mehr Geld

Frankreichs Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Die Staatsverschuldung steigt um weitere fast acht Milliarden Euro auf über zwei Billionen Euro an. Und im nächsten Jahr wird die Lage aller Voraussicht nach noch dramatischer.

Die Wirtschaftslage in Frankreich wird immer bedenklicher. Die Ratingagentur Fitch hatte das Land jüngst herabgestuft, da der Schuldenabbau in den Augen der Experten nicht schnell genug abläuft. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem höchsten Stand seit 1955 und dann ist da noch die horrende Staatsverschuldung.

Die hat nun einen Höchststand erreicht. Die Verbindlichkeiten des Staates wuchsen bis 30. September um 7,8 Milliarden auf 2,0315 Billionen Euro. Das entspricht 95,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die EU-Regeln sehen hier eigentlich eine Höchstgrenze von 60 Prozent vor, die aber von den wenigsten Staaten eingehalten wird. Auch Deutschland liegt mit rund 78 Prozent deutlich über diesem Wert, doch zeigt die Tendenz deutlich nach unten. In Frankreich dürfte der Schuldenstand nach Prognose der EU-Kommission dagegen bis 2016 auf 99,8 Prozent wachsen.

Ein Grund dafür ist die maue Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal um 0,3 Prozent, nachdem es im Frühjahr noch geschrumpft war. Das teilte das Statistikamt mit. Nach Prognose der Notenbank hat die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone aber am Jahresende wieder an Schwung verloren: Im zu Ende gehenden vierten Quartal dürfte es nur zu einem Plus von 0,1 Prozent reichen. Die EU-Kommission erwartet im Gesamtjahr 2014 nur ein Wachstum von 0,3 Prozent, das 2015 nur leicht auf 0,7 Prozent steigen soll.

Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch

Die französischen Verbraucher zeigten sich zu Beginn des Weihnachtsgeschäftes allerdings wieder spendierfreudiger. Ihre Konsumausgaben legten um 0,4 Prozent zu. Ökonomen hatten allerdings ein etwas größeres Plus erwartet. Im Oktober waren die Ausgaben noch um 0,8 Prozent gesunken.

Staatspräsident Francois Hollande hatte im August ein neues Kabinett aufgestellt und Reformen angekündigt. Für viele Franzosen war das die letzte Chance für den nach Umfragen unbeliebtesten Präsidenten aller Zeiten.

Quelle: n-tv.de

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