Freitag, 09. Juli 2010
EZB-Chef Weber?: Frankreich überlegt noch
Christine Lagarde: "Wäre schon ein Nachfolger ernannt, würde der amtierende Präsident doch zur 'Lame Duck'."
(Foto: picture alliance / dpa)
Die französische Regierung hat sich noch nicht festgelegt, ob sie Axel Weber bei seiner Kandidatur für die Präsidentschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützt. Das sagte Finanzministerin Christine Lagarde dem "Handelsblatt". Es werde vielleicht zwei oder drei Kandidaten geben. Es sei daher ein wenig früh zu sagen, für wen sich Frankreich entscheiden werde, sagte die Politikerin.
Lagarde kritisierte die öffentliche Nachfolge-Debatte um die EZB-Spitze. "Wäre schon ein Nachfolger ernannt, würde der amtierende Präsident doch zur 'Lame Duck'." Dies könne sich die Eurozone angesichts der angespannten Situation an den Märkten nicht leisten.
Seit Monaten wird hinter den Kulissen um die Nachfolge des Franzosen Jean-Claude Trichet an der Spitze der EZB gerungen. Trichets Amtszeit endet im Herbst 2011. Deutschland hat Anspruch auf das Spitzenamt angemeldet, als chancenreicher Kandidat gilt Bundesbank-Präsident Axel Weber. Deutschland braucht aber die Unterstützung Frankreichs, um seinen Kandidaten durchzusetzen.
DJ
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