Wirtschaft
Bei ersten Tests sei keine betrügerische Software in Renault-Fahrzeugen gefunden worden, betont das Unternehmen.
Bei ersten Tests sei keine betrügerische Software in Renault-Fahrzeugen gefunden worden, betont das Unternehmen.(Foto: AP)

Keine Schummelsoftware: Frankreichs Regierung entlastet Renault

Das Bekanntwerden von Razzien in Renault-Büros und -Werken beschert der Aktie des Autobauers einen Kurssturz. Nun gibt die französische Regierung hinsichtlich des Verdachts auf Einsatz von Manipulationssoftware Entwarnung.

In Dieselautos des französischen Herstellers Renault ist nach Angaben der Regierung in Paris keine Schummelsoftware eingebaut worden. In einer Untersuchung sei keine Manipulationssoftware gefunden worden, sagte Umweltministerin Ségolène Royal.

Experten einer von der Regierung eingesetzten Kommission hatten vergangene Woche mehrere Büros und Werke des Konzerns durchsucht. Dies war am Donnerstag bekannt geworden und hatte der Aktie von Renault einen Kurssturz beschert.

Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte bei einem Besuch in Berlin, die Lage bei Renault sei "in keinster Weise" vergleichbar mit der bei Volkswagen. VW hatte im September eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests einen niedrigeren Stickoxid-Ausstoß anzeigt als auf der Straße. Die französische Regierung ordnete deshalb eine Untersuchung an, ob auch französische Autobauer Manipulationssoftware installiert haben könnten.

Emissionen liegen über den Grenzwerten

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Royal sagte aber auch, dass Dieselfahrzeuge von Renault und zwei ausländischen Autobauern mehr Emissionen ausstoßen als vom Hersteller angegeben. Sowohl der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids als auch des gesundheitsschädigenden Stickoxids lägen über den Grenzwerten, sagte Royal.

Berichte von den Durchsuchungen bei Renault hatten den Kurs der Aktie vorübergehend um bis zu 20 Prozent einbrechen lassen. Der Hersteller versicherte umgehend, es gebe "keinen Hinweis" auf Manipulationssoftware. Auch weitere Autobauer verloren an Wert - obwohl es bei ihnen keine Durchsuchungen gab.

Renault-Rivale Peugeot erklärte, nicht von Betrugsermittlern durchsucht worden zu sein. Die Abgastests des Energieministeriums wiesen keine Anomalitäten auf. Die Ermittlungen bei Renault sorgten in der gesamten Autobranche für Verunsicherung. Daimler teilte mit, dass die bei Mercedes eingesetzten Diesel-Motoren von Renault keine Software zur Abgasmanipulation enthielten. "Wir haben keinen Anlass, von unseren bisherigen Aussagen abzurücken: Wir setzen keine Defeat Devices ein", sagte ein Daimler-Sprecher. "Renault hat uns versichert, dies ebenfalls nicht zu tun." Mercedes nutzt in einigen Fahrzeugen Motoren von Renault.

Quelle: n-tv.de

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