Montag, 08. Februar 2010
Neue Runde eröffnet: Fresenius-Streit dauert an
Der Streit zwischen dem Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius und der Stieftochter der Firmenerbin Else Kröner geht in die nächste Runde. Nachdem das Landgericht Frankfurt in der vergangenen Woche zugunsten von Gabriele Kröner entschieden hatte, will Fresenius nun die nächste Instanz anrufen. "Wir werden gegen die Entscheidung beim Oberlandesgericht Frankfurt Berufung einlegen", sagte ein Firmensprecher.
Das Landgericht Frankfurt hatte einer Anfechtungsklage der ehemaligen Aufsichtsrätin stattgegeben und die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand sowie Beschlüsse zur Schaffung genehmigten Kapitals auf dem Aktionärstreffen im Mai 2009 für nichtig erklärt. Die Aktionäre seien nur ungenügend informiert worden. Fresenius hält dagegen nach Angaben des Sprechers an seiner rechtlichen Einschätzung fest, wonach die Aktionäre ausreichend informiert worden seien.
Gabriele Kröner liegt schon seit geraumer Zeit im Clinch mit Fresenius. Insbesondere bekämpft sie den stellvertretenden Aufsichtsratschef und Testamentsvollstrecker Dieter Schenk, dem sie wegen seiner Ämterhäufung Interessenkollision vorwirft. Zur Entscheidung des Landgerichts Frankfurt erklärte sie: "Das Urteil ist ein klarer Auftrag an den Dax-Konzern und an Aufsichtsrat Dieter Schenk, endlich die massiven Interessenkonflikte im Fresenius-Reich aufzulösen." Der Rechtsanwalt und Steuerberater ist auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der Else Kröner-Fresenius-Stiftung und Testamentsvollstrecker von Else Kröner, der 1988 verstorbenen langjährigen Eigentümerin des Unternehmens. Sie hatte der Stiftung einst ihr ganzes Vermögen vermacht.
rts
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